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Egal, ob in einer Ferienwohnung, mit dem Wohnmobil oder mit Hund: Die Möglichkeiten zum Überwintern auf den Kanaren sind vielfältig. Die vergleichsweise geringen Kosten und das milde Winterwetter machen die Kanaren nicht nur für Rentner attraktiv für einen Langzeiturlaub. Auch für digitale Nomaden, die Elternzeit oder für Langzeitreisende bieten die Kanaren im Winter gute Bedingungen.

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Wir sind in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zum Überwintern auf den Kanaren gewesen. Dabei konnten wir alle Inseln kennenlernen. Aus unserer Erfahrung eignen sich insbesondere die einwohnerstärksten Inseln Teneriffa und Gran Canaria für einen Langzeitaufenthalt. Grund für diese Einschätzung sind die vielfältige Natur und die abwechslungsreichen Freizeit-Möglichkeiten. Auch das Angebot an Ferienwohnungen ist hier besonders groß. Sofern du mit dem Wohnmobil zum Camping auf die Kanaren kommst, bietet vor allem Fuerteventura viel Platz zum Freistehen.

In diesem Beitrag möchten wir unsere Erfahrungen und Tipps für den Winter auf den Kanaren mit dir teilen. Du erhältst Einblick in unsere privaten Kosten und Tipps für die besten Regionen.

Überwintern auf den Kanaren Sonnenuntergang Strand Fuerteventura Januar
Beim Überwintern auf den Kanaren erwarten dich milde Temperaturen und traumhafte Sonnenuntergänge. Dieses Foto ist beispielsweise im Januar 2020 am Strand von El Cotillo auf Fuerteventura entstanden.

Überwintern auf den Kanaren – mit diesen Kosten kannst du rechnen

Wenn du deinen Aufenthalt auf den Kanaren privat buchst und in einer Ferienwohnung überwintern möchtest, kannst du aus unserer Erfahrung etwa mit den nachfolgenden Kosten rechnen:

Unaufschiebbar Logo Final klein transparentKosten pro MonatKosten pro Tag
UnterkunftCa. 800 EuroCa. 26,67 Euro
SupermarktCa. 250 Euro pro PersonCa. 8,33 Euro pro Person
AuslandskrankenversicherungCa. 38 Euro pro Person (z.B. über die AnzeigeHanse Merkur, kostenabhängig vom Alter)Ca. 1,27 Euro pro Person
MietwagenCa. 700 Euro (für einen Kleinwagen)Ca. 20 Euro
SpritCa. 100 EuroCa. 3,33 Euro
GesamtCa. 1.888 EuroCa. 59,60 Euro

Die größeren Kostenpunkte wie Unterkunft und Mietwagen verteilen sich ggf. auf mehrere Personen, sofern du nicht allein reist. Zu zweit könnt ihr zum Überwintern auf den Kanaren aus unserer Erfahrung mit ca. 2.176 Euro rechnen, sofern ihr einen Mietwagen nutzt. Da die Mietwagenpreise nach der Hochphase der Corona-Pandemie deutlich gestiegen sind, ist dies mittlerweile ein Hauptkostentreiber. Ohne Mietwagen (und Sprit) kommt ihr zu zweit aus unserer Erfahrung mit ca. 1.376 Euro pro Monat aus.

Alternativ zum Mietwagen kannst du dich auf den Kanaren gut mit dem Linienbus fortbewegen. Die Bus-Verbindungen sind auf allen kanarischen Inseln gut ausgebaut. Je nachdem, wie häufig du den Bus nutzt, kannst du nochmals 50 bis 100 Euro pro Person und Monat zu den Kosten hinzurechnen.

Ein Restaurantbesuch kostet auf den Kanaren meist zwischen 10 und 20 Euro pro Person. Dies ist natürlich abhängig davon, was du isst und wie viel du trinkst. Wir geben im Restaurant meist deutlich weniger aus als in Deutschland. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten oft die kanarischen Restaurants außerhalb der Touristen-Zentren.

Überwintern auf den Kanaren Kosten Restaurant
Ein Restaurantbesuch auf den Kanaren ist oft erstaunlich preiswert. Jedes der Gerichte, die du auf diesem Bild siehst, kostet beispielsweise nur 3,85 Euro. Angeboten wird dieses günstige, aber geschmacklich dennoch gute Essen im Restaurant 3.60 in Palm-Mar auf Teneriffa.

Welche ist die beste Insel zum Überwintern auf den Kanaren?

Da alle kanarischen Inseln ein mildes Klima bieten, eignet sich jede der Inseln, um den Winter zu verbringen. Sofern du es möglichst warm und sonnig haben möchtest, ist in der Regel der Süden der jeweiligen Insel am besten geeignet. Sofern du dich für den Norden entscheidest, empfehlen wir dir, möglichst nah am Meer zu wohnen. Denn in den Bergen sind die Temperaturen auf mehreren Hundert Höhenmetern merklich kühler. Im Winter musst du hier in der Regel heizen, um nicht zu frieren.

Um landschaftlich möglichst viel Abwechslung zu erleben, sind Teneriffa und Gran Canaria aus unserer Erfahrung am besten geeignet. Karge Lava- und Sandlandschaften findest du hier ebenso wie üppig-grüne Natur. Sofern du deine Zeit überwiegend an hellen Sandstränden bzw. den Sanddünen verbringen möchtest, sind Fuerteventura oder Maspalomas auf Gran Canaria die beste Wahl.

Eine Mischung aus schönen Sandstränden, eindrucksvollen Lava-Landschaften, Museen und Kultur findest du auf Lanzarote. Die Insel wirkt durch ihre überwiegend weißen Häuser und die kunstvolle Gestaltung durch den kanarischen Künstler César Manrique besonders stilvoll.

Zum Wandern und für Ruhesuchende bieten La Palma, La Gomera und El Hierro gute Bedingungen. Das Überwintern auf La Gomera und El Hierro ist aus unserer Erfahrung ein wenig teurer. Hier gibt es beispielsweise keine großen Supermärkte, sodass der Einkauf meist kostenintensiver wird. Auch die Spritpreise sind etwas teurer. Dafür sind die Inseln für Naturliebhaber, Ruhesuchende und Individualisten eine sehr gute Wahl.

Eindrücke von allen kanarischen Inseln findest du in unserem Video. Sofern du noch unsicher bist, welche Kanaren-Insel du zum Überwintern auswählen sollst, bietet das Video eine gute Entscheidungshilfe:

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Wo findest du passende Ferienwohnungen von privat für den Winter?

Bei längeren Aufenthalten ist ein schönes (Winter-)Zuhause besonders wichtig. Zum Überwintern auf den Kanaren wählen die meisten eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus. Für die Suche können wir dir zwei Portale besonders empfehlen:

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Bei vielen Inseraten gibt es hier einen lohnenswerten Monatsrabatt, wenn du mindestens 28 Nächte buchst. Der Rabatt wird automatisch gewährt und liegt oft bei 40 Prozent und mehr. Aus unserer Erfahrung solltest du zum Überwintern auf den Kanaren eine Wohnung (oder ein Haus) mit Küche, Waschmaschine und WLAN auswählen. Durch diese Grundausstattung kannst du den Alltag individuell und kostengünstig gestalten.

Tipp: Im Norden der Inseln sind die Wohnungen meist preiswerter. Hier erlebst du zwar oft weniger Sonnenstunden, dafür aber umso mehr das authentische Leben der Canarios!

Ferienwohnung Playa San Marcos Teneriffa Nord
Hier siehst du ein AirBnB Apartment in Playa San Marcos auf Teneriffa, wo wir den November und Dezember 2020 verbracht haben. Die Wohnung mit dem tollen Meerblick und drei Schlafzimmern hat uns damals 748 Euro pro Monat gekostet.

Sofern du bei diesen Portalen nicht fündig wirst, kann auch Idealista eine Alternative sein. Hier suchen vorwiegend Einheimische und Auswanderer nach Wohnungsangeboten. Die meisten Vermieter bevorzugen daher Bewerber, die langfristig an der Wohnung interessiert sind. Es gibt aber regelmäßig auch Inserate von Vermietern, die ihre Wohnung gezielt nur für ein paar Monate vermieten möchten.

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Die Inserate bei Idealista sind oft noch preisgünstiger als typische Ferienwohnungen. Du kannst hier über den Filter einstellen, dass dir nur möblierte Wohnungen angezeigt werden. Sofern du ein passendes Inserat findest, kannst du den Vermieter einfach kontaktieren und fragen, ob die Wohnung auch zum Überwintern für ein paar Monate vermietet wird. Größtenteils steht dies nämlich nicht explizit dabei. Die Links zur möblierten Wohnungssuche bei Idealista findest du nachfolgend:

Zudem können aus unserer Erfahrung auch Facebook-Gruppen eine Möglichkeit sein, um deine Unterkunft zum Überwintern auf den Kanaren zu finden. Für jede Insel gibt es bei Facebook mehrere Gruppen, denen du beitreten kannst. Hier kannst du entweder nach Angeboten suchen oder aktiv nach passenden Angeboten fragen.

Airbnb Wohnung La Palma Winter
Typischerweise sind kanarische Wohnungen und Häuser aus unserer Erfahrung oft mit Holzmöbeln eingerichtet und ähneln vom Stil diesem Schlafzimmer.

Ist ein Mietwagen auf den Kanaren notwendig?

Wenn wir zum Überwintern auf die Kanaren kommen, haben wir immer ein Auto. Bis zum Jahr 2022 waren Mietwagen auf den Kanaren tatsächlich sehr günstig. In guten Zeiten haben wir gerade einmal 200 Euro pro Monat für einen Kleinwagen mit Vollkasko-Schutz bezahlt. Dies hat sich durch die Corona-Zeit jedoch geändert. Mietwagen sind deutlich teurer geworden und kosten nun meist 700 Euro aufwärts pro Monat.

Auch wenn die Spritpreise auf den Kanaren günstiger sind als z.B. in Deutschland, sind die Fahrten mit dem Mietwagen also deutlich teurer geworden. Um ein gutes Angebot für die Wintermonate zu finden, empfehlen wir dir die nachfolgenden Vergleichsportale und Mietwagen-Anbieter zu prüfen:

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Mietwagen Kanaren La Palma
Mietwagen sind auf den Kanaren deutlich teurer geworden als früher. Dies macht sich insbesondere bei Langzeitaufenthalten im Reisebudget bemerkbar.

Aus unserer Erfahrung kannst du dich auf den Kanaren aber auch ohne Mietwagen gut fortbewegen. Alle kanarischen Inseln verfügen über gute Linienbus-Verbindungen. Wenn dein Übergangs-Zuhause gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden ist, benötigst du also nicht unbedingt einen Mietwagen. Du kannst auch mit den Bussen viel von den Kanaren sehen. Zudem sparst du Geld und schonst die Umwelt. Allerdings benötigst du etwas mehr Zeit und bist weniger flexibel.

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Die Bus-Verbindungen für die jeweiligen Kanaren-Inseln kannst du hier einsehen:

Überwintern auf den Kanaren für Senioren Bus Teneriffa
Anstelle eines Mietwagens kannst du dich auf den Kanaren auch gut mit dem Linienbus fortbewegen. Insbesondere Senioren nutzen dies gerne. Hier siehst du einen Bus von TITSA, dem Busbetreiber auf Teneriffa.

Gesundheitsversorgung auf den Kanaren

Wenn du im Besitz einer europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) bist, gilt diese grundsätzlich auch auf den Kanaren. Die europäische Krankenversicherungskarte erhältst du, wenn du z.B. in Deutschland gesetzlich krankenversichert bist. Allerdings kannst du damit nicht jeden Arzt auf den Kanaren aufsuchen. Die Kostenübernahme mit der europäischen Krankenversicherungskarte gilt auf den Kanaren u.a. in folgenden Fällen:

  • Medizinisch notwendige Behandlungen im Centro de Salud (Gesundheitszentrum)
  • Medizinisch notwendige Behandlungen in der Notaufnahme eines Krankenhauses

Zur Behandlung in einem Centro de Salud oder im Krankenhaus sind Spanischkenntnisse von großem Vorteil. Teilweise wird dort auch Englisch gesprochen. Mit Deutsch kommst du in den meisten Fällen nicht weiter.

Auf den Kanaren gibt es auch deutschsprachige Ärzte. Dies sind jedoch meist Privatärzte mit eigener Praxis. Sofern du einen Privatarzt aufsuchst, können die Kosten bei nicht planbaren und medizinisch notwendigen Behandlungen über die europäische Krankenversicherungskarte ggf. anteilig erstattet werden. Um eine vollständige Kostenübernahme zu erhalten, benötigst du in der Regel eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung. Sie übernimmt auch die Kosten, wenn du von einem (deutschsprachigen) Privatarzt behandelt wurdest.

Eine Auslandskrankenversicherung kostet meist zwischen 1,00 und 2,00 Euro pro Tag und Person. Die Kosten hängen u.a. von deinem Alter ab. Eine Auslandskrankenversicherung, die auch längere Aufenthalte abdeckt, gibt es z.B. Anzeigevon der Hanse Merkur.

Eine Übersicht deutschsprachiger Ärzte auf Teneriffa und Gran Canaria findest du in unseren jeweiligen Detailbeiträgen: Langzeiturlaub auf Teneriffa und Langzeiturlaub auf Gran Canaria.

Europäische Gesundheitskarte Kanaren Impfung Teneriffa
Mit der europäischen Gesundheitskarte und einer Anmeldung im Centro de Salud konnten wir uns auf den Kanaren im Winter auch impfen lassen. Hier siehst du das Impfzentrum im Magma auf Teneriffa.

Überwintern auf den Kanaren für Senioren – diese Orte eignen sich besonders gut

Sofern du als Rentner auf den Kanaren überwintern möchtest, gibt es einige Orte, die bei Senioren besonders beliebt sind. Diese Orte liegen alle am Meer und bieten ebenerdige Promenaden. Es gibt viele Sitzgelegenheiten, gute Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Da vor Ort alles fußläufig erreichbar ist, benötigst du hier keinen Mietwagen. Zudem ist auch die Anbindung ans öffentliche Bus-Netz gut.

Zum Überwintern auf den Kanaren sind bei Senioren insbesondere die folgenden Orte beliebt:

Überwintern auf den Kanaren privat Playa Blanca Lanzarote
Einer der Orte, die gerne zum Überwintern auf den Kanaren ausgewählt werden, ist Playa Blanca auf Lanzarote

Mit dem Wohnmobil zum Überwintern auf die Kanaren

Sofern du mit dem Wohnmobil bzw. einem Van auf den Kanaren überwintern möchtest, bevorzugen viele Deutschsprachige die Insel Fuerteventura. Dies hat aus unserer Beobachtung primär zwei Gründe:

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Wir freuen uns über jeden, der unsere Arbeit unterstützt

Was Gutes tun
  1. Es gibt viel Fläche zum Freistehen (dies ist offiziell zwar nicht erlaubt, wird aber i.d.R. geduldet)
  2. Die Fahrt mit der Fähre ist um einige Stunden kürzer als z.B. nach Teneriffa

Die Überfahrt vom spanischen Festland auf die Kanaren ist im Vergleich zum Flug meist deutlich teurer. Von Cadiz nach Puerto del Rosario auf Fuerteventura dauert die Fahrt ca. 31 Stunden (zurück ca. 36 Stunden). Der Preis für die Hin- und Rückfahrt liegt bei ca. 1.600 Euro für zwei Personen und ein Wohnmobil (ohne Kabine). Sofern du eine Kabine mit Betten und Bad für die lange Überfahrt buchen möchtest, erhöht sich der Preis auf ca. 2.666 Euro für zwei Personen.

Die Überfahrt von Cadiz nach Fuerteventura wird von Naviera Armas durchgeführt. Andere Kanaren-Inseln werden zudem auch von Fred Olsen und Trasmediterránea angefahren. Starthäfen sind entweder Cadiz oder Huelva auf dem spanischen Festland. Die Preise, Fahrtzeiten und Angebote kannst du online z.B. Anzeigeüber directferries prüfen.

Neben Fuerteventura ist auch Lanzarote eine beliebte Insel für den Start. Die meisten Camper besuchen beim Überwintern mehrere Kanaren-Inseln. Die Fahrtzeiten zwischen den kanarischen Inseln sind vergleichsweise kurz und betragen etwa zwischen 45 Minuten und 2 Stunden. Auch preislich sind die Überfahrten von einer Kanaren-Insel zur nächsten deutlich geringer. Für zwei Personen und ein Wohnmobil kannst du etwa mit 100 Euro pro Strecke rechnen. Anbieter sind auch hier Naviera Armas und Fred Olsen.

Überwintern Kanaren Wohnmobil Meer
Auch das Überwintern im Wohnmobil ist auf den Kanaren gut möglich. Meerblick inklusive 😉

Campingplätze und Freistehen auf den Kanaren

Auf den Kanaren findest du allgemein nur wenige Campingplätze. Einige der Plätze sind auch nur in den Sommermonaten oder am Wochenende geöffnet. Daher ist das Freistehen bzw. Wildcampen auf den Kanaren durchaus üblich und wird geduldet. Wir sind selbst keine Camper, aber sehen tagtäglich Wohnmobile und Vans, die hier freistehen. In den Wintermonaten sind es tatsächlich oft Camper aus dem Ausland, die den vergleichsweise milden Winter auf den Kanaren nutzen. Im Sommer zieht es hauptsächlich einheimische Camper ans Meer und in die Berge.

Beim Freistehen solltest du darauf achten, möglichst unauffällig zu bleiben. Stelle also am besten keine Campingmöbel raus, lasse die Markise eingefahren und baue kein Vorzelt oder Ähnliches auf. Wir erleben auf Teneriffa aber oft Camper, die dies trotzdem tun. Selbst auf Parkplätzen, auf denen das Camping eigentlich durch ein Schild offiziell verboten ist, fährt die Polizei meist vorbei, ohne etwas zu sagen. Hierauf kannst du dich jedoch leider nicht verlassen.

Das Fahren und Freistehen direkt am Strand (auf dem Sand) ist streng verboten und wird Medienberichten zufolge auch mit Strafen geahndet.

Lese-Tipp: Camping auf Teneriffa – 6 kostenlose & legale Campingplätze

Fuerteventura Wohnmobil überwintern El Cotillo
Fuerteventura ist zum Überwintern mit dem Wohnmobil besonders beliebt, da du hier viel freie Fläche findest. Camper mögen z.B. die Landschaft westlich von El Cotillo (siehe Bild).

Camping-Wetter zum Überwintern auf den Kanaren

Die Kanaren sind allgemein für ihr mildes Klima im Winter bekannt. Und im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz stimmt dies natürlich auch. Dennoch können einige Tage im Winter zum Camping kühler werden. Abends und nachts können die Temperaturen am Meer auf bis zu ca. 12 bis 16 Grad Celsius fallen. In den Bergen können die Temperaturen nachts auch einstellig werden. Hinzukommt teilweise noch Wind, der die gefühlte Temperatur senkt. Dies trifft insbesondere auf Fuerteventura sowie auf die Ostküsten der jeweiligen Kanaren-Inseln zu.

Im Süden, wo es meist am wärmsten ist, finden Camper kaum gute Flächen zum Freistehen. Denn hier ist die Landschaft oft stärker bebaut. Zudem sorgen der Tourismus und große Hotels dafür, dass Camper sich in der Regel woanders wohler fühlen.

Daher solltest du auch wärmere Kleidung und dicke Decken zum Winter-Camping auf den Kanaren einpacken. Über Regen musst du dir hingegen weniger Gedanken machen. Denn Dauerregen gibt es auf den Kanaren quasi nie. Selbst kräftige Regenschauer kommen selten vor.

Was in den vergangenen Jahren hingegen zugenommen hat, sind sogenannte Calima. Hierbei handelt es sich um Sand aus der Sahara, der über die Luft auf die Kanaren getragen wird. Oftmals geht die Calima mit starkem Wind und höheren Temperaturen einher. Zudem sieht die Luft leicht gelblich aus und wirkt vernebelt. Die Luftqualität wird durch die höhere Feinstaubbelastung zudem schlechter. Meistens dauert eine Calima zwischen zwei und drei Tagen. Im Winter 2022 ist es jedoch vorgekommen, dass die Calima über mehrere Wochen mehr oder weniger stark das Wetter auf den Kanaren geprägt hat.

Wie eine Calima auf den Kanaren aussieht, kannst du in unserem Video von Gran Canaria sehen:

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Die Sache mit den drei Monaten: Anmeldepflicht auf den Kanaren

Wenn du vorhast, länger als drei Monate auf den Kanaren zu überwintern, gibt es per Gesetz eine Anmeldepflicht. Sie besagt, dass du dich ins zentrale Register für EU-Staatsangehörige (Registro Central de Extranjeros) eintragen lassen und einen temporären Wohnsitz im örtlichen Rathaus anmelden musst. Bei der Eintragung ins zentrale Register für EU-Staatsangehörige erhältst du zudem eine spanische Steuernummer für Ausländer. Sie heißt “Número de Identificación de Extranjero” oder kurz N.I.E.

Um die Anmeldungen und Eintragungen vorzunehmen, solltest du aus unserer Erfahrung einigermaßen gut Spanisch sprechen können. Mit Englisch, Deutsch oder einer Übersetzungs-App geben dir die kanarischen Behörden aus unserer Erfahrung keine Chance. Dies hängt letztlich aber von der jeweiligen Behörde und den diensthabenden Mitarbeitern ab. Du kannst die Behördengänge zunächst auch ohne gute Spanischkenntnisse versuchen. Aus unserer Erfahrung solltest du aber darauf vorbereitet sein, dass du ggf. nicht allzu nett behandelt wirst.

Wenn du dir diese Erfahrung ersparen möchtest, empfehlen wir dir, direkt einen Übersetzer mitzunehmen. Im Idealfall hast du spanischsprechende Familienangehörige, Freunde oder Bekannte vor Ort, die kostenlos mit dir zu den Behörden gehen. Anderenfalls gibt es auch Agenturen bzw. Dienstleister, die  Übersetzungen vor Ort anbieten. Kostenpflichtige Unterstützung bei Behördengängen kannst du auf den Kanaren z.B. hier erhalten:

Durch die Anmeldungen bzw. einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten auf den Kanaren wirst du übrigens nicht automatisch auch steuerpflichtig in Spanien. Sofern du ausschließlich zum Überwintern auf die Kanaren kommst und weniger als 183 Tage (6 Monate) pro Kalenderjahr auf den Kanaren wohnst, bleibst du dort steuerpflichtig, wo dein Hauptwohnsitz angemeldet ist.

In der Praxis erfolgt keine Kontrolle

Nun kennst du die Theorie bzw. die gesetzlichen Vorschriften zu längeren Aufenthalten auf den Kanaren. In der Praxis ist es jedoch so, dass keine Kontrollen erfolgen. Weder vor Ort noch beim Rückflug wird also geprüft, ob du dich auch wirklich angemeldet hast. Viele Langzeiturlauber wissen schlicht und einfach nichts von der Anmeldepflicht ab drei Monaten. Oder möchten sich die Kosten und Behördengänge ersparen, da es keine Kontrollinstanz gibt.

Wir haben in den letzten Jahren viele Langzeiturlauber kennengelernt, die ohne Anmeldung länger als drei Monate auf den Kanaren gewesen sind. In keinem Fall gab es Ärger oder Probleme. Dennoch verstößt du offiziell gegen das Gesetz, wenn du keine Anmeldung bei einem Langzeitaufenthalt vornimmst. Was du tun möchtest, kannst du nun selbst entscheiden. 😉

Flughafen Fuerteventura Dezember überwintern
Am Flughafen erfolgt keine Kontrolle deiner Aufenthaltslänge. Somit wird hier auch nicht kontrolliert, ob du dich bei einem Langzeitaufenthalt angemeldet hast.

Unser Fazit zum Überwintern auf den Kanaren

In Europa gehören die Kanaren aufgrund ihrer milden Temperaturen eindeutig zu den besten Orten zum Überwintern. Da das Wetter meist gut und die Kosten vergleichsweise gering sind, spricht tatsächlich kaum etwas gegen die kanarischen Inseln als Winterresidenz. Nicht nur Senioren wissen das milde Klima und die schönen Landschaften der Kanaren zu schätzen. Auch immer mehr junge Menschen zieht es zum ortsunabhängigen Arbeiten oder in der Elternzeit nach Teneriffa und Co.

Günstig sind übrigens nicht nur die Kosten vor Ort. Auch die Flüge sind außerhalb der Ferienzeiten nicht allzu teuer. Für den ca. 4,5- bis 5-stündigen Flug zahlst du außerhalb der Hochsaison meist nur ca. 100 Euro pro Person. Günstige Flüge gibt es in der Regel im November sowie Anfang Dezember. Auch von Mitte Januar bis Ende März findest du oft preiswerte Flugangebote. Um die günstigsten Flüge zu finden, empfehlen wir dir Anzeigebei Skyscanner die Monatsansicht anzuschauen.

Überwintern auf den Kanaren Erfahrungen
Unsere Erfahrungen zum Überwintern auf den Kanaren sind durchweg positiv. Wir werden daher sicher noch viele Winter auf den kanarischen Inseln verbringen.

Wie sind deine Erfahrungen zum Überwintern auf den Kanaren? Wo bist du gewesen und kannst du den Ort bzw. die Insel für die Wintermonate empfehlen? Teile deine Eindrücke gerne mit uns und hinterlasse einen Kommentar unter dem Beitrag. Falls du noch Fragen zum Winter auf den Kanaren hast, kannst du das Kommentarfeld ebenfalls gerne nutzen.

Alles Liebe und eine schöne Zeit auf den Kanaren wünschen dir

Jenny & Christian

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