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Die Portraitfotografie ist einer unserer absoluten Lieblinge beim Fotografieren! Vor allem seit wir Eltern geworden sind, fotografieren wir nahezu täglich im Portraitmodus auf unseren iPhones. Denn keinen Menschen fotografieren wir so gerne wie unseren kleinen Sohn 🙂 Damit unsere Erinnerungsfotos genauso unvergesslich werden, wie die gemeinsamen Momente, beachten wir einige Tipps bei der Portraitfotografie. Diese einfach umsetzbaren Tipps (keine Zauberei ;-)) möchten wir in diesem Ratgeber-Beitrag mit dir teilen.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Portraitfotografie nicht nur mit teurem Equipment möglich ist. Eine gute Kamera hilft natürlich. Aber noch wichtiger als das Equipment ist ein guter Fotograf. Einer, der Emotionen und Ausdrucksstärke im Gesicht in Szene setzt. Und einer, der auf eine gute Belichtung achtet. Doch keine Sorge. Wie das alles geht, lernst du nachfolgend.

Wir persönlich finden das Smartphone ideal für Portraitfotos. Denn aus unserer Erfahrung sind die Portraitfotos am schönsten, die einen Menschen oder ein Tier ganz natürlich zeigen. So, wie er bzw. sie in diesem Moment wirklich ist. Nicht gestellt oder mit einem inszenierten Kamera-Lächeln. Um Momente einzufangen, zählt jedoch Spontanität. Und gerade diese Spontanität gelingt uns mit dem Smartphone deutlich besser. Es ist nämlich meist schnell griffbereit und ebenso schnell einsatzfähig.

Doch was macht gute Portraitfotos eigentlich aus? Den gängigen Tipps zufolge sind es vor allem zwei Dinge:

  1. Ausdrucksstärke bzw. sichtbare Emotionen im Gesicht
  2. Eine gute Qualität (vor allem Schärfe, Bildgestaltung und Belichtung)

Wie du vor allem diese beiden Dinge erreichst und welche Tipps zur Portraitfotografie du sonst noch kennen solltest, schauen wir uns nachfolgend gemeinsam an.

Portraitfotografie Tipps Natürlichkeit
In der Portraitfotografie gefallen uns die Bilder meist am besten, die natürlich wirken. Hier waren wir z.B. an einem kühleren Tag auf Lanzarote am Strand. Jenny war kalt, weshalb sie Christians viel zu großen Pullover bekommen hat.
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Portraitfotografie Tipps – unsere Top 15

Bevor wir mit unseren Tipps zur Portraitfotografie starten, möchten wir noch eine wichtige Frage klären: Was ist Portraitfotografie eigentlich? Gem. Wikipedia versteht man unter der Portraitfotografie folgendes:

“Als Porträtfotografie bezeichnet man ein fotografisches Genre, bei dem Porträts von Lebewesen angefertigt werden; Motive sind meist Menschen, häufig werden auch Tierporträts erstellt. Ziel der künstlerischen Porträtfotografie ist meist das fotografische Herausarbeiten des charakteristischen Wesens der Person.”

Bei Portraitfotos geht es also um Menschen und Tiere. Und darum, sie so natürlich wie möglich in Szene zu setzen. Schönheit liegt aber wie immer im Auge des Betrachters. Und manchmal sind Portraitfotos auch zweckgebunden (z.B. Bewerbungsfotos, die meistens eher gestellt aussehen). Klassischerweise sind Portraitfotos zudem keine Ganzkörperaufnahmen. Sie zeigen meist das Gesicht, den Hals und einen Teil des Oberkörpers. Ausnahmen sind jedoch möglich 🙂

Soweit zur Theorie für die Portraitfotografie. Starten wir nun mit unseren Tipps zur praktischen Umsetzung.

Portraitfotografie Tipps Hund
Neben Menschen gehören auch Tiere klassischerweise zur Portraitfotografie

#1: Nutze den Portraitmodus (Bokeh bzw. unscharfer Hintergrund)

Die meisten Smartphones verfügen mittlerweile über einen Portraitmodus in der Kamera-App. Sofern dein Smartphone einen solchen Portraitmodus besitzt, solltest du ihn unbedingt nutzen. Denn im Portraitmodus kannst du den Hintergrund des Fotos unscharf gestalten. In der klassischen Fotografie kennt man dies auch unter Bokeh. Durch den unscharfen Hintergrund sticht das fotografierte Motiv aus dem Foto hervor und wird somit besser in Szene gesetzt. Die Aufmerksamkeit des Auges richtet sich dadurch besser auf das Fotomotiv.

Mit dem Portraitmodus des Smartphones musst du für den unscharfen Hintergrund in der Regel gar nichts tun. Sobald die Entfernung zu deinem Fotomotiv passt, wird der Hintergrund automatisch unscharf. Beim iPhone muss der Abstand zum Fotomotiv (in diesem Fall der Person oder dem Tier) mindestens 0,5 Meter betragen. Ansonsten erscheint auf dem Display der Hinweis “Abstand vergrößern”.

iPhone Portraitmodus Abstand vergrößern
Wenn der Abstand des Fotomotivs zur Linse zu klein ist, weist das iPhone dich hierauf entsprechend hin

Maximal darf die Person im Portraitmodus 2 Meter von der Kameralinse entfernt sein. Ist der Abstand größer, wird auf dem iPhone die Meldung “Abstand verringern” angezeigt. Sofern der Abstand für das Portraitbild ideal ist, zeigt das iPhone in der Standardeinstellung “natürliches Licht” an. Einige iPhone Modelle (z.B. unser AnzeigeiPhone 11 Pro) bieten im Portraitmodus zudem zwei Varianten. Du kannst das Portraitbild entweder mit der Weitwinkellinse (1x) oder der Teleobjektivlinse (2x) aufnehmen. Zudem kannst du den Portraitmodus auch bei der Frontkamera (“Selfie-Perspektive”) nutzen. Er steht dir hier mit Teleobjektiv (2x) zur Verfügung.

Beim iPhone wird der Portraitmodus ab dem iPhone 7 Plus unterstützt. Später in der Bildbearbeitung kannst du die Schärfentiefe (f) dann noch anpassen. Dies entspricht letztlich der Blendeneinstellung bei einer klassischen Kamera. Du kannst die Tiefenschärfe beim iPhone zwischen 1,4 (unscharfer Hintergrund) und 16 (scharfer Hintergrund) variieren.

Übrigens: Wenn du mehr zur Fotografie mit dem iPhone lernen möchtest, können wir dir unseren iPhone Fotografie-Kurs ans Herz legen. Hier geben wir dir viele Tipps, die weit über die Portraitfotografie hinausgehen.

Portraitfotografie Tipps Tiefenschärfe
Um dein Fotomotiv noch besser in Szene zu setzen, kannst du den Hintergrund unscharf gestalten. Beim iPhone geht dies beispielsweise, indem du bei einem im Portraitmodus aufgenommenen Foto die Tiefenschärfe bearbeitest.

Sofern du ein Smartphone besitzt, das keinen Portraitmodus bietet, kannst du diesen mithilfe einer App nachrüsten. Für iOS bietet z.B. die App Camera+2 eine Portraitfunktion (kostenpflichtig). Der Google Playstore enthält für Android z.B. die App Bokeh (Hintergrund-Unschärfe).

Sofern du mit einer klassischen Kamera (z.B. Spiegelreflex) fotografierst, nutzt du am besten ein Teleobjektiv. Wichtig ist dabei, dass die Blende weit geöffnet ist. Einen unscharfen Hintergrund erhältst du z.B. mit einer Blende von 1,4 oder 2,8.

#2: Das Gesicht richtig ausleuchten

Licht ist das A und O in der Fotografie. Dies gilt unabhängig davon, ob du mit dem Smartphone oder mit einer klassischen Kamera fotografierst. In der Portraitfotografie kommt es darauf an, das Gesicht ins richtige Licht zu rücken. Dabei gilt normalerweise die folgende Regel:

Fotografiere nicht gegen das Licht. Die Lichtquelle (z.B. die Sonne bzw. Tageslicht oder eine Lampe) sollten das Gesicht von vorne anleuchten.

Sofern du gegen das Licht fotografierst, wird das Gesicht der Person im Vergleich zum Hintergrund meist zu dunkel. Dann kannst du die Gesichtszüge, die ein Portraitfoto so einzigartig machen, schwerer erkennen.

Allerdings solltest du mit der Belichtung nicht übertreiben. Wichtig ist, dass sich die fotografierte Person wohlfühlt. Ins pralle Sonnenlicht zu blicken oder helle Lampen ins Gesicht scheinen zu haben, ruft bei den meisten Menschen kein gutes Gefühl aus.

Portraitfotografie Tipps Belichtung
Bei Portraitfotos ist es wichtig, dass das Gesicht gut ausgeleuchtet wird. Hierfür solltest du darauf achten, dass die Lichtquelle von vorne kommt. Gegen das Licht zu fotografieren ist für Portraits meist keine gute Idee.

#3: Erstelle Portraitfotos besser bei bewölktem Himmel

Aus unserer Erfahrung gelingt die Portraitfotografie deutlich besser bei bewölktem Himmel. Der Grund hierfür ist, dass du an bewölkten Tagen weiches Licht hast. Weiches Licht zeichnet sich dadurch aus, dass es weniger Schatten wirft. Im Vergleich dazu entsteht hartes Licht durch Sonnenschein. Wenn die Sonne scheint, denken wir oft, dass dies besonders schön zum Fotografieren ist. Allerdings gilt in der Portraitfotografie eher das Gegenteil.

Portraitfotografie Sonne
Dieses Portraitfoto wurde in der Mittagssonne aufgenommen. Christian muss aufgrund des hellen Lichts die Augen zusammenkneifen. Zudem wirft die Sonne Schatten auf das Gesicht. Dies ist für ein Portraitfoto nicht ideal.

Denn durch Sonnenschein erhältst du besonders helle und besonders dunkle Stellen auf deinem Portraitfoto. Dies lässt die Konturen des Gesichts hart wirken. Emotionen gehen dadurch oft verloren. Zudem kann die fotografierte Person oft nicht gut gucken, wenn das Sonnenlicht hell in ihre Augen scheint. Die Folge sind meist kleine, zusammengekniffene Augen.

Starker Sonnenschein wirft zudem Schatten. Vor allem zu Beginn der Portraitfotografie solltest du Schatten auf dem Foto jedoch besser vermeiden. Denn Schatten richtig in Szene zu setzen ist eher etwas für fortgeschrittene Portrait-Fotografen.

Portraitfotografie Tipps bewölkter Himmel
Bei diesem Portraitfoto war der Himmel bewölkt. An Jennys Gesichtsausdruck lässt sich sicher noch feilen, aber das Licht ist dafür sehr gut 😉

#4: Portraitfotos in der Golden Hour machen

An sonnigen Tagen musst du auf Portraitfotos natürlich trotzdem nicht verzichten. Wir empfehlen an diesen Tagen die Golden Hour zur Portraitfotografie. Als Golden Hour bezeichnet man abends die Stunde vor dem Sonnenuntergang sowie am Morgen die Stunde nach dem Sonnenaufgang. In dieser Zeit steht die Sonne tief am Horizont. Das grelle Sonnenlicht des Tages ist nicht mehr bzw. noch nicht da. Vielmehr bietet die tief stehende Sonne ein warmes, “mildes” Licht.

Dieses Licht wirft keine harten Schatten ins Gesicht. Zudem können die meisten Menschen beim Licht der tief stehenden Sonne auch gut die Augen offen halten und werden nicht geblendet. Kurzum: Sie fühlen sich wohl und das warme Licht schmeichelt auf der Haut.

Portraitfotografie Tipps Golden Hour
Die Golden Hour bringt ein warmes Licht, das zum Fotografieren besonders schön ist. Zusätzlich ist der dunkle Himmel hier ein toller Farbkontrast. Das Portraitbild ist übrigens am Ende der Schwangerschaft entstanden 🙂

#5: Nutze Fensterlicht

Sofern du ein Portraitfoto im Innenraum erstellen möchtest, können wir dir Fensterlicht hierfür empfehlen. Dein Fotomotiv sollte vor dem Fenster stehen, sodass das Licht von außen durchs Fenster auf das Gesicht fällt. Hierdurch entsteht ein erstaunlich gutes Licht zum Fotografieren. Wir nutzen Fensterlicht auch häufiger, wenn wir ein Selfie-Portraitfoto von uns machen. Dann stellen wir ein Stativ vor dem Fenster auf und lösen das Foto per Bluetooth-Fernauslöser oder über den Timer der Kamera-App (beim iPhone 3 bzw. 10 Sekunden) aus.

Besonders gut funktioniert Fensterlicht übrigens, wenn keine pralle Sonne durchs Fenster fällt. Daher eignet sich Fensterlicht vor allem an bewölkten Tagen. An sonnigen Tagen solltest du nach Möglichkeit ein Fenster suchen, das gerade nicht in der Sonne liegt. Fenster, die nach Norden ausgerichtet sind, eignen sich hierfür besonders gut. Denn hier hast du zu keiner Tageszeit pralles Sonnenlicht.

Probiere das Fensterlicht auf jeden Fall einmal aus. Wir sind jedes Mal aufs Neue überrascht, wie gut die Belichtung damit ist 🙂

Portraitfotografie Tipps Fensterlicht
Licht, das durch ein Fenster in den Raum fällt, bietet besonders gute Lichtbedingungen

#6: Künstliches Licht mit einer Ringleuchte

Falls es schon dunkel ist oder dir kein Fenster zur Verfügung steht, kannst du alternativ auch künstliches Licht nutzen. Wir haben hierbei gute Erfahrungen mit einer Ringleuchte gemacht. Wir selbst nutzen das AnzeigeVicTsing 10″ Ringlicht mit Stativ und sind hiermit sehr zufrieden.

Sofern du mit dem Smartphone fotografierst, kannst du dieses hier direkt einspannen. Das Ringlicht bietet die Belichtungsstufen kaltes Weiß, warmes Weiß sowie warmes Gelb. Wir nutzen für Portraitfotos in der Regel das warme Weiß. Das kleine, mitgelieferte Stativ eignet sich gut, um das Ringlicht auf dem Tisch vor dir aufzustellen. Für Fotos im Stehen kannst du die Ringleuchte auch auf einem größeren Stativ befestigen. Wir selbst nutzen hier das AnzeigePhinistec 175cm Aluminium Dreibein Stativ.

Im Vergleich zu klassischen Lampen bietet die Ringleuchte eine bessere Ausleuchtung des Gesichts. Dadurch erhält dein Portraitfoto eine bessere Belichtung und somit auch eine bessere Qualität. Eine Ringleuchte wird üblicherweise für Selfie-Portraitfotos genutzt. Du kannst sie aber ebenso gut als Fotograf einsetzen, um eine andere Person zu fotografieren. Die Ringleuchte ist groß genug, um mittig hindurch zu fotografieren.

Tipp Belichtung Portraitfotografie Ringleuchte
Sofern du kein Fensterlicht nutzen kannst, eignet sich alternativ gut eine Ringleuchte zur Belichtung für Portraitfotos

#7: Portraitfotografie auf Augenhöhe

Egal, ob bei Menschen oder Tieren: Die Augen sind besonders ausdrucksstark. Daher ist es in der Portraitfotografie aus unserer Erfahrung besonders wichtig, die Augen gut in Szene zu setzen. Dies gelingt dir am besten, wenn du dein Motiv auf Augenhöhe fotografierst.

Sofern du ein kleines Kind oder ein Tier fotografieren möchtest, solltest du dich also hinunterbeugen. Gehe auf die Knie oder lege dich auf den Boden, um eine Perspektive zu finden, in der du auf Augenhöhe bist. Um ein Portraitfoto von einem großen Menschen zu erstellen (z.B. Christian mit seinen knapp 2 Metern), sind also auch schon mal ein Stuhl oder eine Leiter erforderlich 😉

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Portraitfotografie Tipps Augenhöhe
Die Augen verleihen dem Gesicht einen besonders starken Ausdruck. Daher solltest du dich in der Portraitfotografie nach Möglichkeit so positionieren, dass dein Fotomotiv in Augenhöhe zur Kamera ist.

#8: Geduldig sein

Ein weiterer wichtiger Tipp für die Portraitfotografie ist Geduld. Vor allem, wenn du kleine Kinder oder Tiere fotografierst, sind diese oftmals in Bewegung. Für sich bewegende Motive eignen sich Portraitfotos allerdings schlecht. Denn meistens wird das fotografierte Motiv dann unschärfer und dein Foto verliert somit an Qualität.

Um dies zu vermeiden, benötigst du manchmal Geduld. Das perfekte Portraitfoto gelingt nicht immer gleich beim ersten oder zweiten Versuch. Wir fotografieren oftmals 10 oder 15 Minuten lang, bis wir das Portraitbild haben, das uns gefällt. Manchmal geht es ganz schnell und manchmal dauert es eben länger. Wichtig ist, dass du etwas Ausdauer und Geduld mitbringst, falls nötig.

#9: Portraitfotografie Tipps zur Bildgestaltung

Bei einem Portraitfoto ist die Bildgestaltung nicht ganz so wichtig wie beispielsweise auf einem Landschaftsfoto. Denkste! Denn so ist es nicht 😉 Auch in der Portraitfotografie spielt die Anordnung deines Fotomotivs eine wichtige Rolle. Wenn du beispielsweise eine Person fotografierst, die zur rechten Seite schaut, solltest du diese so positionieren, dass freier Raum in der Blickrichtung besteht. Der Betrachter des Fotos erhält dadurch Interpretationsspielraum und wird zum Nachdenken angeregt. Was schaut die Person wohl gerade an?

Positionierst du die nach rechts blickende Person hingegen am rechten Bildrand, schaut sie direkt aus dem Bild hinaus. Diese Bildanordnung wirkt unharmonisch. Ebenso verhält es sich, wenn die Person z.B. nach oben schaut. Dann sollte die Anordnung der Person im unteren Bildbereich erfolgen, sodass nach oben hin freier Blickraum besteht.

Oftmals wirken Portraitbilder zudem harmonischer, wenn du das Motiv nicht mittig anordnest. Hierbei hilft die Drittel-Regel. Sie ist mithilfe von Rasterlinien einfach umsetzbar. Bei den meisten Smartphones und Kameras kannst du Rasterlinien einfach einstellen. Auf dem iPhone ist dies z.B. unter den Einstellungen bei “Kamera” möglich.

Durch die Rasterlinien wird der Fotobereich in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Sowohl vertikal als auch horizontal wird der Fotobereich jeweils gedrittelt. Die Linien überschneiden sich dabei an vier Punkten. Wenn du dein Fotomotiv an einem dieser Punkte ausrichtest, wirst du in der Regel eine gute Bildkomposition erhalten.

Portraitfotografie Tipps Bildgestaltung Drittel-Regel
Um Abwechslung zur klassischen Positionierung in der Fotomitte zu erhalten, solltest du dich am besten an den Schnittpunkten des Rasters orientieren. Dein Fotomotiv sollte dann am besten auf einem bzw. zwei der Schnittpunkte platziert sein.

#10: Personen zum Lachen bringen

Besonders schön werden Portraitfotos meist, wenn die fotografierte Person lacht. Dabei meinen wir jedoch ein natürliches Lachen und kein aufgesetztes Foto-Lächeln. Vielmehr geht es um die Art von Lachen, die aus tiefstem Herzen kommt. Das Lachen, bei dem die Augen leuchten.

Am besten fängst du ein solches Lachen eigentlich unbemerkt ein. Also dann, wenn die Person gar nicht merkt, dass sie gerade fotografiert wird. Oftmals ist dies jedoch besonders schwer, da du im passenden Moment deine Kamera so schnell nicht griffbereit hast. Zudem sind solche spontanen Fotogelegenheiten meist nicht ideal von der Belichtung.

Du kannst als Fotograf aber versuchen, ein natürliches Lachen hervorzurufen. Wir haben dabei festgestellt, dass lustige Faxen, wie wir sie oft für unseren Sohn machen, auch Erwachsene schnell zum Lachen bringen. Am besten funktioniert dies, wenn man zu zweit fotografiert. Eine Person ist dabei hinter der Kamera und löst das Foto aus. Die andere Person steht daneben und ist der “Faxen-Macher”. Diese Person schneidet z.B. Grimassen, springt in die Luft oder bewegt sich wie ein Roboter.

Zudem kann es auch gut funktionieren, wenn du die Person hinter der Kamera erschreckst. Nach dem ersten Moment, in dem die Person vielleicht zusammenzuckt, muss sie meistens erst mal lachen. All das klingt vielleicht etwas bescheuert. Aber unserer Erfahrung nach funktioniert es in der Praxis tatsächlich sehr gut. In jedem Fall lockert es die Stimmung und sorgt dafür, das möglicherweise verkrampfte Kamera-Lächeln etwas aufzulockern.

Portraitfoto lachend
Aus unserer Sicht einer der wichtigsten Tipps bei der Portraitfotografie: Auch mal Quatsch machen und ordentlich lachen!

Augen schließen, Bewegung und Frontkamera

Ein weiterer Tipp für die Portraitfotografie: Lasse die Person, die fotografiert wird, die Augen schließen. Nach einigen Sekunden sagst du dann: Augen auf! Meistens erzeugt der Moment, in dem die Person wieder etwas sieht, dann ein natürliches Lächeln auf dem Gesicht. Zudem leuchten die Augen meistens besonders schön, wenn sie vorab geschlossen waren.

Falls es einer Person besonders schwerfällt, sich beim Portrait-Shooting natürlich zu verhalten, hilft oft auch Bewegung. Begleite die Person z.B. auf einem Spaziergang oder lasse sie mit ihrem Kind, Hund oder ähnlichem interagieren. Vor allem die Interaktion mit kleinen Kindern löst aus unserer Erfahrung schnell die Anspannung und lässt die Person vergessen, dass eine Kamera in der Nähe ist.

Portraitbild Mama mit Baby
Anspannung während eines Portraitbild-Shootings lässt sich meist schnell lösen, wenn etwas Bewegung ins Spiel kommt

Und dann noch ein Tipp, der bei Portraitfotos von kleinen Kindern oft gut funktioniert. Nutze hier die Frontkamera und halte das Smartphone bzw. die Kamera so, dass das Kind sich selbst sehen kann. Kleine Kinder finden es oft spannend, sich auf dem Bildschirm selbst zu sehen. Sie schauen dann interessiert und lachen oft. Da du selbst keine optimale Sicht und Haltung der Kamera hast, ist das Auslösen etwas schwieriger. Aber mit etwas Übung können dir auf diese Weise richtig tolle Portraitfotos der Kleinen gelingen.

#11: Mehr Ausdrucksstärke durch schwarzen oder weißen Hintergrund

Wie schon mehrfach erwähnt, lieben wir es, mit unseren iPhones zu fotografieren! Einer der Gründe hierfür ist auch, dass die Bildbearbeitung damit spielend einfach ist. Bei Portraitfotos hast du beim iPhone mehrere Belichtungsoptionen. Eine davon heißt “Bühnenlicht“. Dieser Belichtungseffekt sorgt für einen dunklen Hintergrund. Wie auf einer Bühne wird nur das Fotomotiv angeleuchtet und der Rest ist nahezu schwarz. Dadurch sticht die fotografierte Person bzw. ein fotografiertes Tier umso besser hervor.

Besonders gut funktioniert dieser Effekt, wenn du etwas Helles fotografierst. Also z.B. ein Tier mit hellem Fell oder eine Person mit heller Kleidung und blondem Haar. Dies wirkt im Vergleich zum dunklen Hintergrund dann besonders ausdrucksstark.

Auf dem iPhone hast du zwei Optionen, um den dunklen Hintergrund einzustellen:

  1. Direkt beim Fotografieren in der Kamera-App. Sobald du im Portraitmodus fotografierst, erscheinen am unteren Bildrand die Belichtungseffekte.
  2. Später in der Bildbearbeitung. Hierfür gehst du in die Foto-App, öffnest dein Bild und wählst “bearbeiten” aus. Dort kannst du das Bild dann mit verschiedenen Belichtungseffekten verändern.
Portraitfotografie Tipps schwarzer Hintergrund
Je nach Fotomotiv kann ein schwarzer Hintergrund das Portraitfoto deutlich aufwerten. Vor allem bei hellen Fotomotiven sorgt ein schwarzer Hintergrund dafür, das Motiv gut in Szene zu setzen.

Umgekehrt kannst du Tiere oder Personen mit dunklem Fell bzw. dunkler Haarfarbe, Kleidung oder Haut mit einem weißen Hintergrund gut in Szene setzen.

Falls du nicht ganz in schwarz-weiß fotografieren möchtest, ist auch eine Vignette oft ein guter Effekt. Durch eine Vignette werden die vier Ecken des Fotos dunkler gestaltet. Dadurch wird die Mitte des Bildes im Kontrast heller und rückt dadurch mehr in den Fokus. Eine Vignette kannst du in der Bildbearbeitung (z.B. auf dem iPhone) einfach einstellen.

Portraitfotografie Tipps Vignette
Um das Motiv in der Bildmitte noch stärker in Szene zu setzen, kann eine Vignette gut wirken

#12: Portraitfotos müssen nicht einzeln entstehen

Oftmals denkt man bei Portraitfotos an Bilder von einzelnen Personen oder Tieren. Doch dies muss nicht zwingend der Fall sein. In der Portraitfotografie sind natürlich auch Bilder von mehreren Personen oder Tieren möglich. Allerdings ist die Portraitfotografie von mehreren Motiven auch schwieriger. Denn nun muss nicht nur eine Person bzw. ein Tier gut in Szene gesetzt werden, sondern gleich zwei oder drei. Und dies auch noch gleichzeitig.

Dass alle Motive zur selben Zeit gut schauen, ist durchaus eine Herausforderung. Sofern du Menschen fotografierst, hilft aber auch hier der Tipp mit geschlossenen Augen. Bei einem Paar-Foto sollten beide Personen zunächst die Augen schließen. Der Fotograf gibt dann das Signal, wann beide Personen die Augen öffnen sollen. Dies sorgt bei beiden Personen in der Regel für einen natürlichen und glücklichen Gesichtsausdruck. Zudem haben beide Personen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit geöffnete Augen auf dem Foto.

Bei Paarfotos ist es beispielsweise auch schön, wenn sich die Personen anschauen. Ein verliebt-lächelnder Gesichtsausdruck ergibt in der Regel ein harmonisches Portraitfoto. Auch wenn die fotografierten Personen in dieselbe Richtung schauen, wirkt dies oft sehr harmonisch.

Ein weiterer Tipp ist, dass die fotografierten Personen ähnliche Farben tragen. Wenn z.B. Mann und Frau jeweils ein weißes Oberteil tragen, wirkt dies auf einem Paar-Portraitfoto oft besonders harmonisch. Denn die gleiche Farbe signalisiert auf gewisse Weise, dass die Personen zueinander gehören.

Portraitfoto Familie
Portraitfotos können auch mehrere Menschen zeigen. Dieses Familienbild ist einige Tage nach der Geburt unseres Sohnes entstanden. Eigentlich mehr durch Zufall hatten wir alle ein weißes Oberteil an, was auf dem Foto sehr harmonisch wirkt. Was man dem Bild nicht ansieht: Es ist in der Küche mithilfe eines tollen Fensterlichts entstanden 🙂

#13: Portraitfotografie in schwarz-weiß

Ein weiterer Tipp, um die Portraitfotografie abwechslungsreicher zu gestalten, sind Fotos in schwarz-weiß. Viele Kameras bieten bereits beim Fotografieren eine Schwarz-Weiß-Einstellung. Auch das iPhone bietet im Portraitmodus zwei verschiedene schwarz-weiß Effekte:

  • Bühnenlicht Mono (schwarzer Hintergrund) sowie
  • High-Key-Licht Mono (weißer Hintergrund)

Vor allem, wenn Personen sich selbst nicht so gerne auf Fotos sehen, ist der Schwarz-Weiß-Effekt oft ein guter Tipp. Denn bei Schwarz-Weiß-Fotos siehst du nicht jede Falte, jeden Pickel und jeden vermeintlichen Makel. Auch bei Fotos von nackten bzw. teilweise nackten Menschen (Aktfotografie) wird häufig ein Schwarz-Weiß-Filter benutzt. Dies wirkt in den Augen der meisten Betrachter ästhetischer. Wir selbst haben z.B. für Jennys Bauch in der Schwangerschaft gerne den Schwarz-Weiß-Effekt in der Portraitfotografie genutzt.

Portraitfotografie Tipps schwarz-weiß
Je nach Stimmung kann ein Schwarz-Weiß-Foto besonders passend wirken. Dieses Bild ist beispielsweise in der Zeit nach unserem Verkehrsunfall entstanden. Christian saß hier im Rollstuhl und musste zwei Tage später erneut operiert werden. In seinem Gesichtsausdruck können wir die Stimmung bis heute sehen.

#14: Ungewöhnliche Dinge ziehen die Augen der Betrachter auf sich

Letztlich geht es in der Portraitfotografie auch darum, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Bild zu lenken. Denn Fotos, die keine Aufmerksamkeit erzeugen, werden in der Regel auch nicht als gute Fotos wahrgenommen. Um Aufmerksamkeit zu schaffen, helfen neben einem ausdrucksstarken Gesicht auch ausgefallene Gesten und ungewöhnliche Dinge auf dem Foto. Beliebt ist beispielsweise das Gesicht zur Hälfte zu verdecken. Dies kannst du z.B. durch folgende Dinge erreichen:

  • Bei langen Haaren: Verdecke eine Gesichtshälfte mit den Haaren
  • Stelle die Person zur Hälfte in den Schatten, sodass eine Gesichtshälfte durch den kontraststarken Schatten kaum erkennbar ist
  • Lasse die Person mit einer Hand ihre Gesichtshälfte zu halten
  • Schneide das Gesicht auf dem Foto zur Hälfte ab (nehme also nicht das ganze Gesicht ins Bild hinein)
Portraitfoto schwarz-weiß Gesichtshälfte
Man kann sich darüber streiten, ob ein solches Portraitfoto schön ist. Es zieht jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Da nicht alles vom Gesicht zu erkennen ist, wird der Betrachter selbst zum Interpretieren angeregt. Wie sieht wohl das andere Auge aus? Warum hält sich Jenny ein Auge zu? Was ist wohl passiert?

Darüber hinaus kannst du noch weitere “Eye-Catcher” auf deinem Portraitfoto integrieren. Deiner Kreativität sind hierbei eigentlich keine Grenzen gesetzt. Ein paar Tipps und Ideen sind z.B. folgende:

  • Fotografiere die Person gegen eine Wand gelehnt
  • Nutze eine Kopfbedeckung (Hut, Capy, Kopftuch, Kopfschmuck, etc.)
  • Nutze wiederkehrende Farben (z.B. ein rotes Oberteil, roten Lippenstift und eine rote Schleife im Haar)
  • Lasse die Person in eine Spiegelfläche schauen, sodass du eine Spiegelung auf dem Portraitfoto hast
Portraitfoto mit Wand
Um ein schönes Portraitfoto mit Straßen-Charme zu erstellen, kannst sich die fotografierte Person z.B. an eine Wand anlehnen

Zwar nicht ungewöhnlich, aber dennoch interessant fürs Auge sind auch gemusterte Hintergründe. Sofern du eine schöne Wand oder Fassade siehst, kannst du diese gut für ein Portraitfoto nutzen.

Portraitfoto zusammengekniffene Augen
Bei diesem Portraitfoto stimmt die Belichtung und der Hintergrund lässt das Foto interessant wirken. Jedoch war es insgesamt zu hell. Christian muss die Augen zusammenkneifen, da das Sonnenlicht zu grell ist.

#15: Den Portraitmodus auch für Gegenstände nutzen

Im Portraitmodus mit unscharfem Hintergrund zu fotografieren ergibt nicht nur bei Menschen oder Tieren ein tolles Bild. Auch wenn du Gegenstände, Blumen oder beispielsweise Essen fotografierst, kannst du den Portraitmodus gut einsetzen. Denn auch diese Dinge werden durch den unscharfen Hintergrund gut in Szene gesetzt.

iPhone Portraitmodus Foodfotografie
Foto des Essen im iPhone Portraitmodus in einem Restaurant am Inle See (Myanmar)
Portraitmodus iPhone Blumen
Hier haben wir Blumen auf La Palma mit dem iPhone Portraitmodus fotografiert

Abschließende Tipps zur Portraitfotografie

Nachdem du nun unsere 15 Tipps zur Portraitfotografie kennst, hast du sicher schon bemerkt, dass heutzutage kein Fotostudio mehr nötig ist, um gute Portraitfotos zu erstellen. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Denn im klassischen Fotostudio verhalten sich die wenigsten Menschen noch natürlich. Wenn du auf einem unbequemen Holz-Hocker sitzt und große Lampen auf dich gerichtet werden, schafft dies nicht gerade eine Wohlfühlatmosphäre.

Heutzutage hat fast jedes moderne Smartphone einen Portraitmodus, der die Portraitfotografie in den Alltag integriert. Ihr habt gerade einen glücklichen Paar-Moment zusammen? Dein Kind spielt gerade total süß im Wohnzimmer? Oder dein Hund schaut dich gerade besonders süß mit seinen treuen Augen an? Super! Dann denke beim nächsten Mal daran, schnell das Smartphone zu zücken und diesen Moment als Portraitfoto festzuhalten.

Portraitfotografie Tipps Alltagsmomente festhalten
Unsere Lieblings-Portraitfotos sind bisher immer im Alltag bzw. in der Natur entstanden. So wie dieses Foto am See, wo wir nach der Geburt unseres Sohnes fast jeden Abend waren. Wir finden, dass man dem Bild irgendwie ansieht, dass wir uns dort wohl und heimisch fühlen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass du schöne Momente zukünftig durch stetiges Fotografieren ruinieren sollst. Aber hin und wieder mal das Smartphone zur Hand zu nehmen, wird garantiert für mehr gute Portraitfotos sorgen. Daher lautet unser abschließender Tipp: Denke im Alltag öfter mal daran ein Portraitbild zu machen, wenn sich gute Momente dafür bieten. Übung macht den Meister! 🙂 Und Alltagssituationen sind für die Portraitfotografie oft besser als man denkt.

Zudem solltest du nie vergessen, dass nicht jedes Portraitfoto auch gut gelingt. Daher hilft es, viel auszuprobieren. Wenn du häufig fotografierst, wird irgendwann garantiert auch ein Portraitfoto dabei sein, das dir gefällt.

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps zur Portraitfotografie gefallen und weitergeholfen haben. Falls du selbst noch Tipps zur Portraitfotografie hast, teile sie gerne im Kommentarfeld unter dem Beitrag. Auch Fragen kannst du hier natürlich gerne stellen.

Alles Liebe und viel Spaß beim Erstellen deiner Portraitfotos wünschen dir

Jenny & Christian

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