Betancuria – Top 10 Erlebnisse rund um Fuerteventuras frühere Hauptstadt

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Landschaftlich und kulturell betrachtet ist Betancuria der wohl schönste Ort auf Fuerteventura. In ein Tal eingeschlossen erwartet dich der Ort mit grünen Pflanzen, einem hübschen Ortskern und einer großen Kirche. Betancuria wurde bereits 1404 gegründet und war 430 Jahre lang die Hauptstadt von Fuerteventura. Ihren Namen erhielt sie in Anlehnung an ihren Gründer, den französischen Adeligen Jean de Béthencourt. Er eroberte Fuerteventura kurze Zeit vorher.

Betancuria ist zudem eine von insgesamt 6 Gemeinden auf Fuerteventura. Der Ort ist vom Parque Rural de Betancuria umschlossen. Hier erwarten dich schöne Aussichtspunkte und Wanderwege. Der Park sowie die frühere Hauptstadt eignen sich gut für einen Tagesausflug. Da Betancuria etwa in der Mitte von Fuerteventura liegt, ist der Ort von allen Touristen-Zentren aus gut mit dem Auto erreichbar.

Da es auf dem Weg viele lohnenswerte Aussichtspunkte gibt, empfehlen wir dir, für die Tour einen Mietwagen zu buchen. Die günstigsten Preise hierfür erhältst du in der Regel am Flughafen. Zum Preisvergleich empfehlen wir dir das Portal von Billiger Mietwagen. Bei frühzeitiger Buchung über mehrere Tage hast du gute Chancen, einen Vollkasko versicherten Leihwagen schon für weniger als 10 Euro pro Tag zu erhalten.

Historischer Ortskern Betancuria
Der historische Ortskern von Betancuria ist der wohl schönste auf ganz Fuerteventura

Anreise und empfohlene Fahrtstrecke

Wenn du mit dem Mietwagen fährst, empfehlen wir dir insgesamt 8 verschiedene Stopps. Die Route kannst du auf der nachfolgenden Karte sehen. Da es sich um eine Google Maps Ansicht handelt, kannst du die Karte auch direkt zur Navigation nutzen. Dank des EU-Tarifs fallen keine Roaming-Gebühren mehr für dich an, sofern du einen deutschen oder österreichischen Handy-Tarif nutzt.

Um zum ersten Stopp zu kommen, solltest du von den Haupt-Touristenorten etwa folgende Fahrtzeiten einplanen:

Die reine Fahrtzeit durch den Parque Rural de Betancuria beträgt dann ca. 1 Stunde. Du fährst dabei knapp 40 Kilometer. Ein Großteil der Strecke führt dich über Serpentinenstraßen und durch die schöne Landschaft Fuerteventuras. Inklusive Fahrtzeiten und Aufenthalten vor Ort empfehlen wir dir, ca. 6 bis 7 Stunden Zeit für den gesamten Ausflug einzuplanen.

Organisierte Ausflüge

Sofern du nicht selber fahren und zudem einen ortskundigen Guide an deiner Seite haben möchtest, gibt es auch organisierte Klein-Gruppentouren. Hierfür können wir dir die Tagestour ins Insel-Zentrum von getyourguide empfehlen. Du wirst hierbei bequem von deiner Unterkunft abgeholt und dort auch wieder hin zurück gebracht. An einer Tour nehmen maximal 6 Personen teil. Zudem kannst du die Tour bis zu 24 Stunden vorab auch kostenfrei wieder stornieren und erhältst eine vollständige Rückerstattung. Die Buchung ist also nahezu risikolos.

Anreise mit dem Linien-Bus

Wenn du mit dem Linien-Bus in den Ort Betancuria fahren möchtest, ist dies ebenfalls möglich. Die Bus-Linie 02 fährt von Puerto del Rosario direkt nach Betancuria. Sofern du also z.B. von Corralejo oder El Cotillo anreisen möchtest, solltest du zunächst den Bus nach Puerto del Rosario nehmen. Von Corralejo fährt die Linie 06 nach Puerto del Rosario. Aus El Cotillo fährt die Bus-Linie 07.

Die Bus-Linie 02 verbindet von der anderen Fahrtrichtung zudem Pájara mit Betancuria. Von der Costa Calma oder Morro Jable kannst du dann zunächst die Bus-Linie 09 nehmen und in Pájara in die Linie 02 umsteigen. Alle Fahrpläne findest du auf der Webseite des Anbieters Tiadhe.

Bushaltestelle Betancuria
Wenn du mit dem Linien-Bus anreisen möchtest, ist dies über die Linie 02 ebenfalls möglich

Top 10 Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse rund um Betancuria

Wie du auf der Karte bereits sehen kannst, gibt es insgesamt 8 Stopps auf der von uns empfohlenen Route. Hierbei warten dann 10 Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse auf dich. In Betancuria kannst du dich gut zu Fuß fortbewegen. Der Ort ist nicht allzu groß und alle wichtigen Punkte liegen nah beieinander. Die nachfolgende Top 10 Liste stellt dabei keine Wertung, sondern lediglich die Reihenfolge der Stopps dar.

Top 1: No hay Monumento

Dein erster Stopp befindet sich entlang der FV-30. Direkt neben der Straße liegt der Aussichtspunkt „No hay Monumento“. Hier befindet sich eine Statur, die zwei Menschen zeigt. Die Statur ist mehrere Meter hoch und steht auf 2 Säulen. Sie zeigt einen Vater und ein Kind, die vorwärts gehen. Neben der Statur ist vor allem der Ausblick lohnenswert. Da es an diesem sowie an den weiteren Aussichtspunkten sehr windig sein kann, ist es gut, wenn du eine Jacke mitnimmst.

Manchmal kannst du am Aussichtspunkt zudem einige Atlashörnchen antreffen. Die nordafrikanischen Streifenhörnchen wurden in den 1960-er Jahren nach Fuerteventura gebracht und leben seither in verschiedenen Regionen der Insel. Die Hinweisschilder zeigen dir, dass du die Hörnchen nicht füttern solltest. Dennoch gibt es regelmäßig Touristen, die die Streifenhörnchen mit Nüssen und Früchten anlocken. Daher sind die Hörnchen sehr zutraulich und kommen nah an Menschen heran.

Koordinaten des No hay Monumento bei Google Maps aufrufen »

Top 2: Mirador de Guise y Ayose

Einige Fahrminuten später erreichst du über die FV-30 dann den nächsten Aussichtspunkt. Am Mirador de Guise y Ayose erwarten dich zwei Denkmäler, die vom Boden aus ca. 4,5 Meter groß sind. Daher sind die Staturen sehr imposant. Die Bronze Staturen zeigen ehemalige Könige und sind ein beliebtes Fotomotiv. Auch Streifenhörnchen sind hier gerne zu Gast. Zudem lohnt sich hier auch die Aussicht auf Fuerteventura. Bei klarer Sicht kannst du bis zum Meer und auf die Westküste der Insel blicken.

Der Aussichtspunkt erstreckt sich über zwei Seiten. Auf der gegenüberliegenden Seite der Staturen blickst du ins Inland. Hier erlebst du Fuerteventura so grün, wie an kaum einer anderen Stelle der Insel. Auch an diesem Aussichtspunkt kann es sehr windig sein. Zudem kannst du hier auch eine kleine Wanderung in die Berge unternehmen. Sofern du an Geocaching interessiert bist, befinden sich auf diesem Weg auch einige Schätze.

Koordinaten des Mirador de Guise y Ayose bei Google Maps aufrufen »

Top 3: Mirador De Morro Velosa

Ein Stück oberhalb des Mirador de Guise y Ayose findest du zudem einen weiteren Aussichtspunkt. Von der FV-30 führt eine Straße hinauf, die allerdings nur von Dienstags bis Samstags geöffnet ist. Sonntags und Montags sowie außerhalb der Öffnungszeiten befindet sich hier eine geschlossene Schranke. Die offiziellen Öffnungszeiten sind Dienstags bis Samstags von 10:00 bis 17:15 Uhr. Du kannst zu Fuß aber auch außerhalb der Öffnungszeiten zum Aussichtspunkt hinauflaufen. Der Außenbereich ist jederzeit zugänglich.

Der Mirador De Morro Velosa bietet dir auch ein Gebäude mit Ausstellung und Café. Die Ausstellung zeigt dir die Entstehungsgeschichte Fuerteventuras. Durch Panorama-Fenster hast du zudem einen schönen Blick auf die Landschaft. Das Café ist zeitweise leider geschlossen. Daher solltest du dich nicht zu sehr auf einen Kaffee freuen. Mit etwas Glück kannst du hier aber auch warme und kalte Getränke zum Ausblick genießen.

Koordinaten des Mirador De Morro Velosa bei Google Maps aufrufen »

Mirador De Morro Velosa Parque Rural de Betancuria
Der Mirador De Morro Velosa liegt in erhöhter Lage auf einem Hügel

Top 4: Spaziergang durch Betancuria

Beim vierten Stopp kommst du schließlich im Ort Betancuria an. Hier empfehlen wir dir einen Spaziergang durch den Ortskern zu machen. Dein Auto kannst du entweder am Straßenrand oder auf dem kostenfreien Parkplatz am Ortsrand parken. Von hier aus führt der Weg direkt ins Zentrum. Unterwegs siehst du die idyllischen Häuser von Betancuria. Im Vergleich zum Rest von Fuerteventura ist Betancuria sehr grün. Hier wachsen viele Pflanzen, Palmen und Blumen.

Orientiere dich bei deinem Spaziergang am besten an der großen Kirche. Die Iglesia de Santa María Betancuria (siehe nächster Punkt) bildet das Zentrum des Orts. Um die Kirche herum findest du einen Platz, an dem du eine Zeit lang verweilen kannst. Kurz vor der Kirche gibt es übrigens auch eine öffentliche Toilette mit Münzeinwurf. Wenn du selber etwas zu essen mitgenommen hast, gibt es im Ort zudem einen Picknick-Platz mit Bänken und Kinderspielplatz.

Top 5: Iglesia de Santa María Betancuria

Die Iglesia de Santa María Betancuria ist eine der größten und wichtigsten Kirchen auf Fuerteventura. Mit ihrem Bau wurde unter der Herrschaft von Jean de Béthencourt bereits im Jahr 1410 begonnen. Ihr Baustil entspricht der französischen Gotik. Im Jahr 1593 wurde die Kirche dann bei einem Piratenangriff in einigen Teilen zerstört. Bei ihrem Wiederaufbau, der bis ins Jahr 1691 reichte, erhielt die Kirche aus stilistische Elemente der Renaissance, Barrock sowie des Mudejar-Stils.

Die Kirche besteht seither aus 3 Schiffen und trägt ein Ziegelsatteldach. Der Kirchturm ist quadratisch und befindet sich an der Mauer des südlichen Seitenschiffs. Die Kirche verfügt über ausgefallene Fenster, die teilweise mit Rundbögen gestaltet wurden. Wenn du das Innere der Kirche betrittst, kannst du sehen, dass die 3 Schiffe durch toskanische Säulen und Rundbögen miteinander verbunden sind. Wenn du die Kirche von innen besichtigen möchtest, fällt hierfür eine kleine Eintrittsgebühr in Höhe von 1,50 Euro pro Person an.

Top 6: Restaurants und Cafés in Betancuria

Bevor beim nächsten Stopp eine kleine Wanderung startet, solltest du dich in Betancuria noch einmal stärken. Der Ortskern verfügt über viele Restaurants und Cafés mit idyllischem Flair. Daher lohnt es sich, hier eine Zeit lang zu verweilen. Sogar vegane Gerichte kannst du vor Ort bestellen. Die beliebtesten Restaurants haben wir in der nachfolgenden Übersicht aufgeführt:

Unaufschiebbar Logo Final klein transparentKulinarische RichtungÖffnungszeiten
La Sombra (auch mit veganen Gerichten)Burger-RestaurantDienstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr (Montags geschlossen)
ValtarajalHausmannskostSonntags bis Freitags von 12 bis 18 Uhr (Samstags geschlossen)
La GambuesaTapasbarTäglich von 10 bis 19 Uhr
La TavernaSpanischMontags bis Samstags von 10:30 bis 17:30 Uhr (Sonntags geschlossen)

Top 7: Wanderung durch die Barranco de las Peñitas

Nachdem du dich gestärkt hast, empfehlen wir dir nun eine Wanderung zur Barranco de las Peñitas zu unternehmen. Hierbei handelt es sich um eine Schlucht, die du nach einem ca. 30-minütigen Fußweg erreichst. Parken kannst du z.B. am Camino Natural de Fuerteventura im Ort Vega de Río Palmas. Vom kleinen Parkplatz aus führt dich ein Weg direkt zur Schlucht.

Da es auf dem Weg nur wenig Schatten gibt, empfehlen wir dir einen Sonnenschutz mitzunehmen. Zudem ist ausreichend Trinkwasser wichtig. Der Weg ist überwiegend flach und einfach zu gehen. Die Schlucht kannst du dann sowohl von oben wie auch von unten anschauen. Du kannst also auch durch die Schlucht hindurch laufen und erhältst dadurch verschiedene Eindrücke der Natur. In der Schlucht kannst du auch einige Vögel und Streifenhörnchen antreffen.

In der Schlucht kannst du plutonisches Gestein sehen, das aus Magma entstanden ist. Durch Erosion entstand dann das heutige Erscheinungsbild. Der Legende zufolge soll zwei Franziskanermönchen in der Schlucht zudem die Jungfrau Maria erschienen sein. Insgesamt solltest du für die Wanderung ca. 1,5 Stunden Zeit einplanen.

Top 8: Mirador Las Peñitas

Vom Wander-Parkplatz aus fährst du nun die Serpentinenstraße hinauf. Dort erwartet dich der Aussichtspunkt Mirador Las Peñitas. Von hier aus kannst du auf das Tal blicken, durch das du zuvor gewandert bist. Die Perspektive ist jedoch eine ganz andere und nicht mit der Wanderung vergleichbar. Daher lohnen sich aus unserer Sicht beide Perspektiven sehr.

Am Mirador Las Peñitas findest du zudem viele Atlashörnchen. Die kleinen Tiere turnen gerne auf den Geländern und Informationstafeln herum.

Koordinaten des Mirador Las Peñitas bei Google Maps aufrufen »

Top 9: Mirador del Risco de las Peñas

Ein Stück weiter die FV-30 hinauf kommst du dann zum letzten Aussichtspunkt im Parque Rural de Betancuria: Dem Mirador del Risco de las Peñas. Auch hier erwartet dich ein schöner Weitblick auf die Landschaft Fuerteventuras. Der Weg hierher ist allerdings nur für schwindelfreie Fahrer empfehlenswert. Denn die Serpentinenstraße wird zeitweise recht eng und führt nah am Abgrund entlang. Du solltest hier möglichst vorausschauend fahren, da auch Reisebusse hin und wieder diese Straße nehmen.

Am Aussichtspunkt angekommen hast du dann einen schönen Panorama-Blick auf Fuerteventuras Berglandschaft. Der Aussichtspunkt befindet sich auf einer Höhe von 426 Metern. Du befindest du hier zwischen den Gemeinden Betancuria und Pájara. Zur rechten Seite blickst du auf das Tal von Los Granadillos. Hier siehst du sowohl die plutonischen Gesteine Gabbro und Syenit als auch das vulkanische Gestein Trachyt.

Zudem siehst du den Stausee „Presa de la Peñitas“, der zwischen 1939 und 1943 zu landwirtschaftlichen Zwecken verwendet wurde. Zur linken Seite liegt dann das Tal „Valle de Fénduca“. Vom Parkplatz aus kannst du auch ein Stück über die Felsen laufen. Hierbei erwarten dich nochmals  weitere Eindrücke der Natur. Zudem gibt es am Aussichtspunkt ebenfalls auch viele Atlashörnchen zu sehen.

Koordinaten des Mirador del Risco de las Peñas bei Google Maps aufrufen »

Top 10: Strand und Grotten in Ajuy

Zum Abschluss deiner Tagestour empfehlen wir dir einen Stopp in Ajuy. Hierfür fährst du zunächst durch die Gemeinde Pájara. Im Zentrum von Pájara befindet sich die Kirche „Nuestra Señora de Regla“. Sie wurde im Jahr 1687 erbaut und zählt zu den bedeutendsten Kirchen auf Fuerteventura. Wenn du möchtest, kannst du hier ebenfalls einen kurzen Stopp machen. Als wir im Dezember 2018 vor Ort waren, wurde die Kirche jedoch renoviert und war daher von außen nicht allzu schön anzuschauen.

In Pájara wechselst du dann auf die FV-605 und die FV-621, die dich nach Ajuy führen. Hier angekommen erwartet dich ein schöner Strand mit hohen Wellen und starker Strömung. Wenn du standfest bist, kannst du dich hier auch ins Wasser trauen. Du solltest jedoch darauf vorbereitet sein, dass die Wellen dich auch auf den Boden ziehen werden. Sofern du Spaß am Wellenbaden im Meer hast, wirst du hier voll auf deine Kosten kommen. In der Nähe des Strands gibt es zudem auch Cafés, in denen du etwas trinken kannst.

Wenn du dann noch Lust hast, kannst du dem Wanderweg rechts vom Strand hinauf folgen. Von oben hast du nicht nur einen schönen Blick aufs Meer, sondern kannst auch einige Grotten anschauen. Folge hierfür einfach dem Weg, der dich näher an die Grotten heranbringt. Da Ajuy an der Westküste von Fuerteventura liegt, kannst du hier am Abend auch sehr schön den Sonnenuntergang über dem Meer anschauen.

Koordinaten von Ajuy bei Google Maps aufrufen »

Die Geschichte von Betancuria

Um dir die Geschichte von Betancuria vorzustellen, zitieren wir die Informationstafel, die auf dem Kirchen-Vorplatz im Ortszentrum steht:

„Betancuria wurde 1404 von Normannen im Zuge der Eroberung Fuerteventuras gegründet, die in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts vonstatten ging. Neben Betancuria gehörte auch Rubicón auf Lanzarote zu den ersten Siedlungen, die von Europäern auf den kanarischen Inseln errichtet wurden. Betancuria wurde dabei nach dem Eroberer Jean de Béthencourt benannt.

Betancuria entstand aus militärisch-strategischen Gründen weitab der Küste in einem von Bergen umgebenen Tal, denn diese Lage bot besseren Schutz vor möglichen Piratenangriffen. Die geschützte Lage Betancurias konnte allerdings nicht verhindern, dass berbische Horden unter der Führung von Xabán Arraez auf ihrem Eroberungszug im Jahr 1593 bis nach Betancuria vordrangen und die wichtigsten Gebäude plünderten, niederbrannten und zerstörten. Darunter auch die Kirche Santa María.

Zu den ersten Gebäuden, die in Betancuria während der Eroberung durch die Normannen erbaut wurden, zählen der Verteidigungsturm Valtarajal und eine Wallfahrtskapelle, in der der Eroberer Jean de Béthencourt ein aus Frankreich mitgebrachtes Abbild der Jungfrau Maria untergebracht hatte. Beide Gebäude sind jedoch nicht mehr erhalten.“

Ausblick Natur Fuerteventura Betancuria
Auch der Ausblick auf die Natur ist in Betancuria besonders lohnenswert

Betancuria wird zum Regierungszentrum

„Nachdem die Eroberung Fuerteventuras abgeschlossen war, wurde Betancuria zum Regierungszentrum der Insel. Europäische Siedler begannen, sich hier niederzulassen und vermischten sich mit den Ureinwohnern, die die Eroberung überlebt hatten. Die Einwohner Betancurias gingen der Landwirtschaft und dem Fischfang nach, sammelten farbstoffgebende Flechten und widmeten sich dem Handel. In Betancuria hatten auch zivile, kirchliche und militärische Behörden sowie Insulare und teilweise auch inselübergreifende Regierungseinrichtungen ihren Sitz.

Hier residierten auch die ersten kanarischen Adeligen (Señores de Canarias). Von Betancuria aus wurden Eroberungszüge unternommen und die Besiedlung anderer Inseln des Archipels betrieben. Auch kriegerische und Handelsunternehmungen mit dem benachbarten afrikanischen Kontinent nahmen hier ihren Anfang. Betancuria war für den Bereich der kanarischen Inseln zudem ein Zentrum der Evangelisation und der franziskanischen Missionsatätigkeit.

All diese Umstände führten dazu, dass Betancuria im 15. Jahrhundert zur Stadt der Grundherren (Villa de Señorio), zur Hauptstadt Fuerteventuras und der kanarischen Inseln wurde. […]“

Betancuria Blume
In Betancuria findest du auch viele blühende Blumen

Das 18. Jahrhundert

„Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein war der wichtigste Wirtschaftszweig Betancurias und Fuerteventuras die Landwirtschaft – Trockenanbau von Getreide und Viehwirtschaft (insbesondere die Haltung von Ziehherden) – sowie der Handel mit überschüssigen Landwirtschaftserzeugnissen. Land- und Viehwirtschaft hingen in starkem Maße vom Klima ab, sodass in regenreichen Jahren üppige Ernten eingefahren, die Nahrungsversorgung der Inselbevölkerung gesichert und Überschüsse nach den übrigen kanarischen Inseln und sogar bis nach Madeira ausgeführt werden konnten.

Meist herrschten aber Trockenzeiten vor, die tiefe wirtschaftliche Krisen hervorriefen und die Bevölkerung dazu zwangen auszuwandern. Diese Krisen, die wie bereits erwähnt, mit einem starken Rückgang der Bevölkerungszahlen einhergingen, wiederholten sich zyklisch im 17. und 18. Jahrhundert. Trotz alledem wuchs die Wirtschaft in den letzten hundert Jahren beträchtlich.

Die Getreideernten fielen gut aus und der Anbau und Handel mit Salzkraut, das in Europa zur Herstellung von Natron verwendet wurde, florierte. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einem bedeutenden Anstieg der Bevölkerungszahl, insbesondere in den Dörfern wie Antigua, Tetir, Pájara, Casillas del Angel und Tuineje.“

Blumen Ortskern Betancuria
Der Ortskern bietet viele weiße, eckige Häuser

Betancuria verliert an Bedeutung

„Ab dem 18. Jahrhundert verlor Betancuria allmählich seine Stellung als Regierungszentrum als Folge der Expansion anderer Siedlungsorte. Im selben Jahrhundert wurde die Militärführung nach La Oliva verlegt, denn die Obersten hatten nun dort in der „Casa de los Coroneles“ (Haus der Obersten) ihren Wohnsitz. Zur gleichen Zeit wurde das Kirchenwesen mit der Errichtung der Kirchen Nuestra Señora de Regla in Pájara und Nuestra Señora de la Candelaria in La Oliva dezentralisiert.

1777 wurde die Weihkirche Santa Domingo de Guzmán in Tetir erbaut und 1792 entstanden die Kirchen Santa Ana in Casillas del Angel, San Miguel Arcángel in Tuineje und Nuestra Señora de la Antigua in Antigua. Danach wurde Betancuria zur flächenmäßig kleinsten Gemeinde. Aber die bewegte Geschichte Betancurias hat ein derart reiches Kultur- und Kunsterbe hinterlassen, dass Betancuria 1979 zum denkmalgeschützten Bauensemble erklärt wurde.“

Fazit – Lohnt sich ein Ausflug nach Betancuria?

Aus unserer Sicht sind Betancuria und der dazugehörige Parque Rural ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel. Betancuria selbst ist dabei zweifelsohne der schönste Ort auf Fuerteventura. Sofern du historische, idyllische Orte im Grünen magst, wirst du dich hier sehr wohl fühlen. Die Landschaft des Parque Rural ist zudem ein weiteres Highlight. Die vielen Aussichtspunkte geben dir einen guten Eindruck der schönen Natur.

Um alle Aussichtspunkte sehen zu können, empfehlen wir dir, einen Mietwagen zu buchen. Hierfür lohnt sich ein Online-Preisvergleich über das Portal von Billiger Mietwagen. Alternativ kannst du dich auch einer organisierten Kleingruppen-Tour anschließen. Hierzu empfehlen wir dir die Tagestour ins Insel-Zentrum von getyourguide.

Wir hoffen, dass dir dieser Beitrag gefallen und weitergeholfen hat. Sofern du selber schon einmal in Betancuria warst, freuen wir uns, wenn du unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlässt. Erzähle uns gerne, was dir vor Ort am besten gefallen hat und was du empfehlen kannst. Die Kommentarfelder stehen auch für Fragen gerne zur Verfügung.

Alles Liebe und eine schöne Zeit auf Fuerteventura wünschen dir

Jenny & Christian

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2 Responses

  1. Simone
    | Antworten

    Ein toller, hilfreicher Beitrag! Danke dafür. Wir haben gestern die Wanderung zur Schlucht gemacht und waren begeistert. Hätten wir ohne euch wahrscheinlich nicht entdeckt. Gracias :)

    • unaufschiebbar.de
      | Antworten

      Hallo liebe Simone,
      vielen Dank für dein Feedback. Das freut uns natürlich sehr :-)
      Liebe Grüße und noch eine tolle Zeit auf Fuerteventura!
      Jenny & Christian

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