In Myanmar findest du so viele Tempel und Pagoden, wie in kaum einem anderen Land. Daher wird das ehemalige Birma auch häufig als Land der Pagoden bezeichnet. Doch welche sind eigentlich die schönsten Tempel in Myanmar? Und wo findest du diese? Dieser Frage sind wir während unserer 4-wöchigen Rundreise durch Myanmar auf den Grund gegangen. Und stellen dir unsere persönlichen 10 Lieblings-Tempel in Myanmar in diesem Beitrag vor.
Die Pagoden und Tempel in Myanmar sind dabei fast alle buddhistisch. Denn ca. 88 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum buddhistischen Glauben. Jeder Tempel in Myanmar verfügt in der Regel über mindestens eine Buddha Figur. In den größeren Tempeln findest du auch deutlich mehr. Die gläubigen Buddhisten verneigen sich bei einem Tempelbesuch zunächst vor der Buddha Figur und knien davor zum Gebet nieder.
Im Anschluss bewegen sich gläubige Buddhisten in der Regel im Uhrzeigersinn um die große Paya herum. Die Paya ist häufig goldfarben und bildet die Mitte des Tempels. In anderen Ländern (z.B. Thailand) trägt die burmesische Paya den Namen Stupa. Unabhängig von ihrem Namen symbolisiert sie Buddha und seine Lehre. Manchmal wird in der Paya auch ein Überbleibsel Buddhas aufbewahrt. Dann ist ein Tempel besonders heilig und wichtig für den buddhistischen Glauben.
In den Tempeln Myanmars findest du zudem häufig 8 Wochentags-Ecken. Sie stehen für den Wochentag der Geburt und verfügen über eine Buddha Figur sowie ein Wochentags-Tier. Der Mittwoch, der auch der Geburtstag Buddhas ist, wird dabei zweigeteilt, sodass du auf insgesamt 8 Wochentage kommst. Die gläubigen Buddhisten erhalten von ihrem Wochentags-Buddha und -Tier besonderen Schutz und beten diese daher besonders an. Mehr zum buddhistischen Glauben erfährst du übrigens auch in unserem Beitrag zur Religion in Myanmar.
Die 10 schönsten Tempel in Myanmar
Aus der großen Anzahl an Tempeln in Myanmar die schönsten auszuwählen, ist gar nicht so leicht. Denn das Land hat tatsächlich sehr viele Tempel zu bieten. Allerdings ähneln sich nach der Zeit dann auch viele Pagoden, wenn du schon einiges in Myanmar gesehen hast. Daher kann es gut sein, dass du am Anfang deiner Reise noch mehr fasziniert von den Bauwerken bist, als zum Ende hin.
Damit du die schönsten Tempelanlagen im Land nicht verpasst, haben wir nachfolgend unsere Top 10 für dich zusammengestellt. Wir zeigen dir dabei auch einige der größten und bedeutsamsten Tempel des Landes. Dennoch ist die nachfolgende Liste natürlich subjektiv. Daher freuen wir uns, wenn du deine Eindrücke mit uns teilst. Hinterlasse uns dazu gerne einen Kommentar unter dem Beitrag und verrate uns, was deine persönlichen Tempel-Highlights in Myanmar sind.
Top 1: Tempel-Vielfalt in Bagan
Wenn es um Tempel geht, ist Bagan so etwas wie das spirituelle Zentrum Myanmars. Denn hier findest du über 2.000 Pagoden und Tempel. Viele davon stammen bereits aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Um den zunehmenden Verfall zu verhindern, wurden einige Pagoden mittlerweile restauriert. Du findest in der kleinen Stadt aber auch noch viele Pagoden, die ihre Ursprünglichkeit nach wie vor behalten haben. Vor allem die kleinen, weniger bekannten Pagoden sind noch unverändert erhalten geblieben.
Wenn du nach Bagan kommst, wirkt es fast so, als wäre die gesamte Stadt ein einziger, großer Tempel. Vor allem in Alt-Bagan reiht sich nämlich ein faszinierendes Bauwerk an das nächste. Die größten und bedeutsamsten Tempel in Bagan sind folgende (mit Verlinkung zu den Koordinaten bei Google Maps):
- Ananda Tempel
- Shwezigon Pagode
- Dhammayangyi Tempel
- Thatbinnyu Tempel
- Htilominlo Tempel
- Shwesandaw Pagode
- Sulamani Tempel
Die großen Tempel sind entsprechend gut besucht und sowohl bei Einheimischen wie auch bei Touristen sehr beliebt. Daher fanden wir die Besuche in den kleinen, unbekannten Tempeln in Bagan sogar noch faszinierender. Wir können dir nur empfehlen, einmal im Leben nach Bagan zu reisen und dich dort selbst von der Mystik der über 2.000 Tempel in den Bann ziehen zu lassen.
Ein besonderes Highlight: Mit dem Ballon über Bagan
Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch der Pagoden übrigens zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Denn dann werden die Tempel in ein besonders mystisches Licht getaucht. Am Morgen kannst du die Tempel-Landschaft am besten bei einer Ballonfahrt über Bagan bewundern. Eine Ballonfahrt ist hier zwischen Oktober und Anfang April möglich. Dann erlauben die Wetterbedingungen dir eine unvergessliche Zeit im Himmel Myanmars.
Die Ballonfahrt ist übrigens sehr begehrt und daher oftmals schon Tage vorher ausgebucht. Falls du eine Ballonfahrt machen möchtest, solltest du diese daher am besten schon vorab buchen. Das günstigste Angebot hierzu haben wir Anzeigeüber GetYourGuide gefunden.
Top 2: Shwedagon Pagode in Yangon
Bedeutend moderner ist im Vergleich die Shwedagon Pagode in Yangon. Sie gilt als Wahrzeichen Myanmars und hat daher eine hohe Bedeutung für das ganze Land. Auf einem Berg errichtet, erhebt sie sich 99 Meter in die Höhe. In der Mitte der Pagode befindet sich eine große Paya (Stupa). Sie ist rundum mit ca. 60 Tonnen Gold verkleidet und somit auch monetär besonders wertvoll. Um die Paya herum befindet sich zudem eine 60.000 Quadratmeter große Plattform aus Marmor.
Die Pagode besteht aber nicht nur aus der großen Paya selbst. Denn rund um die Paya findest du viele weitere Tempelgebäude, Payas und Buddha Figuren. Daher folgt in der Shwedagon Pagode ein Highlight dem nächsten. Bei einem Besuch kannst du hier gut und gerne 2 bis 3 Stunden verbringen, um alle Elemente zu sehen. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch dabei am Abend. Dann kommen viele Gläubige zum Gebet hierher und entzünden um die Paya Hunderte von Ölkerzen.
In der nachfolgenden Übersicht erhältst du die wichtigsten Informationen zur Shwedagon Pagode:
Informationen zur Shwedagon Pagode | |
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Eintritt (Stand Februar 2019) | 10.000 Kyat pro Person für Ausländer (ca. 5,77 Euro) Kinder unter 5 Jahren sowie Einwohner Myanmars haben freien Eintritt |
Öffnungszeiten | Täglich von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends (der letzte Einlass erfolgt um 21:45 Uhr) |
Beste Besuchszeit | Später Nachmittag und Abend |
Kleidungsordnung | Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Zudem musst du deine Schuhe und Socken ausziehen. Weite Ausschnitte und sehr enge Hosen sind ebenfalls unerwünscht. |
Koordinaten (Google Maps) | Standort der Pagode aufrufen » |
Top 3: Shwe Inn Dein Pagode am Inle See
Eine nicht ganz so bekannte, aber aus unserer Sicht umso schönere Pagode befindet sich am Ufer des Inle Sees. Die Shwe Inn Dein Pagode ist z.B. im Rahmen einer Bootstour oder auch auf dem Landweg erreichbar. Sie beherbergt insgesamt ganze 1.054 Payas, die überwiegend aus dem 17. Jahrhundert stammen. In der Mitte der Pagode erstrahlen die Payas in gold und sind bereits restauriert. In den Außenbereichen der Tempelanlage findest du aber noch einige Payas, die ihr ursprüngliches Bild beibehalten haben.
Um zur Pagode zu kommen, läufst du zunächst einen langen Gang hinauf. Auf dem letzten Stück befindet sich dann zu beiden Seiten ein wahres Meer aus Payas. Dieser Abschnitt wird auch als Pagoden-Wald bezeichnet. Hier reiht sich tatsächlich eine Paya an die nächste. Einige von ihnen beherbergen auch kleine und größere Buddha Figuren. Daher lohnt sich auch ein näherer Blick in die zahlreichen Pagoden. Die wichtigsten Informationen für deinen Besuch findest du nachfolgend im Überblick:
Informationen zur Shwe Inn Dein Pagode | |
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Eintritt (Stand März 2019) | Frei Es wird aber ggf. eine Foto-Gebühr von 500 Kyat erhoben (ca. 29 Cent) |
Öffnungszeiten | Täglich von 8 bis 18 Uhr |
Kleidungsordnung | Der Zutritt ist nur barfuß erlaubt. Schultern und Knie müssen zudem bedeckt sein. |
Koordinaten (Google Maps) | Standort der Pagode aufrufen » |
Top 4: Shwe Yan Pyay Kloster in Nyaung Shwe (Inle See)
Keine klassische Tempelanlage, sondern ein Kloster mit angeschlossener Pagode findest du in Nyaung Shwe am Inle See. Das aus Teakholz gefertigte Kloster ist vor allem wegen seiner ovalen Fenster bekannt geworden. Bei deinem Besuch kannst du das Kloster auch betreten und mit etwas Glück eine Unterrichtsstunde der kleinen Nachwuchs-Mönche miterleben.
An das Kloster angeschlossen ist zudem eine ausgefallene Pagode. Sie bietet dir einen Rundweg, auf dem du zahlreiche kleine Buddha Figuren findest. Die Buddha Figuren sind in den Wänden eingelassenen und befinden sich in kleinen, halbrunden Fächern. Die Wände sind zudem verziert und überwiegend rot. Alle Decken sind ebenfalls kreisrund gewölbt.
In der Mitte der Pagode befindet sich zudem eine goldfarbene Paya. Der kleine, weiß gehaltene Hof vor der Paya beherbergt ebenfalls einige Buddha Figuren. Uns hat diese Pagode außergewöhnlich gut gefallen, da sie ein ganz anderes Erscheinungsbild als die übrigen Tempel in Myanmar hat. Zudem ist die Pagode bisher touristisch nicht stark besucht. Daher können wir dir einen Besuch hier sehr empfehlen. In der nachfolgenden Übersicht findest du alle weiteren Informationen:
Informationen zum Shwe Yan Pyay Kloster | |
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Eintritt (Stand März 2019) | Frei |
Öffnungszeiten | Täglich von 8 bis 16 Uhr |
Kleidungsordnung | Barfuß und nur mit bedeckten Schultern und Knie |
Koordinaten (Google Maps) | Standort des Klosters aufrufen » |
Top 5: Kyaiktiyo Pagode (goldener Fels)
Neben der Shwedagon Pagode (siehe unsere Nr. 2), ist auch der goldene Fels ein Wahrzeichen Myanmars. Der goldene Fels wird auch Golden Rock oder Kyaiktiyo Pagode genannt. Er befindet sich im Wallfahrtsort Kinmum bzw. Kinpun (beide Namen sind üblich). Die meisten Reisenden besuchen den goldenen Felsen im Rahmen einer Rundreise. Er befindet sich zwischen Hpa-an und Yangon und ist von beiden Orten ca. 3 bis 4 Autostunden entfernt.
Die meisten Reisenden kommen daher entweder für einen Tagesausflug oder für eine Übernachtung nach Kinmum. Außer dem goldenen Felsen gibt es in der Region nämlich nicht allzu viel zu sehen. Dafür hat der Golden Rock aber eine umso höhere Bedeutung für den buddhistischen Glauben. Der Legende nach wird der Fels nämlich nur durch zwei Haare von Buddha gehalten. Der runde Fels befindet sich in außergewöhnlicher Lage auf einem Berg.
Um hier hoch zu kommen, musst du entweder wandern oder eine turbulente Fahrt mit dem Kleinlaster absolvieren. Die Wanderstrecke hinauf ist ca. 10 Kilometer lang und dauert normalerweise zwischen 5 und 6 Stunden. Mit dem Laster erfolgt die Auffahrt in gerade einmal 40 Minuten. Der Preis für die Auffahrt liegt derzeit bei 2.500 Kyat pro Person (ca. ca. 1,45 Euro, Stand März 2019). Alle weiteren Informationen zum goldenen Felsen zeigt dir die nachfolgende Übersicht:
Informationen zum Golden Rock | |
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Eintritt (Stand März 2019) | 10.000 Kyat pro Person (ca. 5,80 Euro) |
Öffnungszeiten | Keine festen Öffnungszeiten (der letzte Truck fährt aber um 18 Uhr hinunter) |
Aufenthaltsdauer | Ca. 1,5 Stunden |
Koordinaten (Google Maps) | Standort des goldenen Felsens aufrufen » |
Top 6: Kuthodaw Pagode in Mandalay
Die Kuthodaw Pagode wurde in den Jahren 1857 bis 1868 in Mandalay gebaut. König Mindon wollte damit anlässlich des 2.500-sten Todestags von Buddha ein Andenken setzen. Die Pagode besteht aus 729 Payas, die alle weiß gestrichen sind. In jeder Paya befindet sich eine Tafel, auf der ein Teil von Buddhas Lehre geschrieben steht. Daher wird die Kuthodaw Pagode häufig auch als größtes Buch der Welt bezeichnet. Seit 2013 zählen die steinernen Schriften auch zum UNESCO Weltdokumentenerbe.
Um alle Tafeln mit der gesamten Lehre zu lesen, würdest du bei 8 Stunden täglicher Lesedauer übrigens ca. 450 Tage benötigen. Um zumindest einen Blick auf die Tafeln zu werfen, kannst du zwischen den Payas aber ein Stück hindurch spazieren. Die 729 kleinen Tempel sehen alle gleich aus und sind in Reihen parallel zueinander angeordnet. Bei Sonnenschein leuchtet ihr weiß so hell in den Augen, dass du eine Sonnenbrille aussetzen musst, um überhaupt etwas zu sehen.
In der Mitte der Tempelanlage findest du zudem eine goldene Pagode, die den Namen Maha Lawka Marazein trägt. Sie stellt ein Abbild der Shwezigon Pagode in Bagan dar. Die große Pagode kannst du einmal umrunden und dabei weitere Blicke auf die weißen Payas rund herum werfen.
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Informationen zur Kuthodaw Pagode | |
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Eintritt (Stand März 2019) | Frei |
Öffnungszeiten | Täglich von 8 bis 16:30 Uhr |
Koordinaten (Google Maps) | Standort der Pagode aufrufen » |
Top 7: Mandalay Hill
Nicht weit von der Kuthodaw Pagode entfernt befindet sich der Mandalay Hill. Hierbei handelt es sich um eine Tempelanlage auf einem 240 Meter hohen Berg, die du entweder zu Fuß oder mit dem Roller bzw. Tuk Tuk erklimmen kannst. Wenn du zu Fuß laufen willst, dauert der Weg über die 1.700 Treppenstufen ca. 45 bis 60 Minuten. Dafür siehst du unterwegs aber bereits viele Buddha Figuren und hast immer wieder schöne Aussichten auf die Umgebung.
Alternativ kannst du selber mit dem Roller hinauffahren oder dich mit dem Tuk Tuk hinauffahren lassen. Um nach ganz oben zu kommen, führt vom Parkplatz aus sogar ein Fahrstuhl hinauf. Der Mandalay Hill ist also auch komplett barrierefrei zugänglich. Von der Architektur am schönsten ist aber wohl die Plattform unterhalb der Bergspitze. Hier glitzern und glänzen die Wände und erzeugen damit fast schon eine märchenhafte Stimmung. An den Seiten gibt es zudem eingelassene Sitzbänke, die dir eine schöne Sicht aufs Umland bieten.
Von hier aus kannst du z.B. das Umland von Mandalay und den Irrawaddy Fluss sehen. Am Abend bietet sich bei gutem Wetter zudem eine schöne Sicht auf den Sonnenuntergang. Auf der obersten Ebene der Tempelanlage befindet sich dann eine große Paya. Sie ist von vier Seiten von Buddha Staturen umgeben, die quadratisch um die Paya angeordnet sind. Von oben hast du zudem einen tollen 360 Grad-Blick auf die Landschaft.
Informationen zum Mandalay Hill | |
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Eintritt (Stand März 2019) | 1.000 Kyat (ca. 59 Cent) für die oberste Etage |
Öffnungszeiten | Täglich von 6 bis 21 Uhr |
Koordinaten (Google Maps) | Standort des Mandalay Hills aufrufen » |
Top 8: Tempel und Klöster in Inwa
Nicht weit von Mandalay entfernt, findest du den historischen Ort Inwa. Du kannst hierher gut einen kurzen Ausflug ab Mandalay unternehmen. Die von zwei Flussarmen umgebene Stadt wurde bereits im Jahr 1364 gegründet. Damals hieß sie noch Ava und war die Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs. Aus der damaligen Zeit befinden sich bis heute mehrere Tempel und Klöster in Inwa. Daher hat der Ort einen hohen historischen Wert.
Wenn du Inwa besuchen möchtest, bringen dich die Taxi- bzw. Tuk Tuk Fahrer in der Regel zum Ufer des Myitnge Flusses. Hier kannst du dann in ein kleines Boot umsteigen, das dich innerhalb weniger Minuten hinüber zum anderen Ufer fährt. Die kurze Überfahrt kostet dich hin und zurück 1.500 Kyat pro Person (ca. 88 Cent, Stand März 2019). In Inwa angekommen warten dann Pferdekutschen auf dich. Wenn du mit dem Boot hinüberfährst, sind die Pferdekutschen tatsächlich das einzige Fortbewegungsmittel, das angeboten wird.
Sofern du aus Tierschutzgründen nicht mit der Pferdekutsche fahren möchtest, solltest du am besten direkt in Mandalay einen Fahrer suchen, der dich nach Inwa bringt. Es gibt nämlich auch Straßen, die hierher führen. Da die Fahrt über die Straßen jedoch ein recht großer Umweg im Vergleich zur Bootsfahrt ist, kommen die meisten Touristen über den Seeweg nach Inwa. Eine Pferdekutsche für die ca. 2-stündige Rundfahrt durch Inwa kostet dann nochmals 10.000 Kyat pro Kutsche (ca. 5,88 Euro, Stand März 2019).
Das erwartet dich vor Ort
In Inwa besichtigst du in der Regel dann vier verschiedene Tempel:
- Die Tempel-Ruine „Yadana Hsemee Pagode„
- Das aus Teakholz errichtete „Bagaya Kloster„, das auf ca. 300 Holzpfosten steht
- Den ehemaligen Wachturm des Königspalasts, der als einziges vom Palast übrig geblieben ist
- Und das „Me Nu Brick Kloster„
Um die Tempelanlagen sehen zu können, musst du vor Ort eine Karte für die „archäologische Zone von Mandalay“ kaufen. Diese kostet 10.000 Kyat pro Person (ca. 5,88 Euro) und ist dann für 5 Tage gültig. Besonders lohnenswert fanden wir hier die Yadana Hsemee Pagode und das Me Ku Brick Kloster. Der ehemalige Wachturm des Königspalasts ist nach einem Erdbeben leider einsturzgefährdet und darf daher nicht mehr betreten werden. Von außen ist er jedoch recht unspektakulär.
Top 9: Mahamuni Pagode in Mandalay
Die Mahamuni Pagode gilt als einer der wichtigsten Tempel in Mandalay. Auch wenn sie rein optisch gar nicht so spektakulär ist, solltest du dir einen Besuch hier nicht entgehen lassen, wenn du in Mandalay bist. Denn in kaum einem anderen Tempel in Myanmar erlebst du ein so authentisches Bild wie hier. Im Fokus steht eine Buddha Figur, die dem tatsächlichen Bild Buddhas entsprechen soll.
Der Legende nach, wurden zu Lebzeiten von Buddha nur 5 Bilder von ihm gemacht. Eines der 5 Bilder soll in Arakan (Rakhaing-Staat) im Südwesten von Myanmar entstanden sein. Die Buddha Figur in der Mahamuni Pagode wurde diesem Bild nachempfunden. Daher gilt die Buddha Figur als besonders heilig und wird von Gläubigen Tag für Tag mehr mit Blattgold beklebt. Durch die vielen Blattgold-Platten verliert der Buddha allmählich seine tatsächliche Form.
Das Bekleben des Buddhas mit Blattgold ist für gläubige Buddhisten eine gute Tat. Sie erwerben hierdurch ein gutes Karma, das ihnen ein gutes Leben im Hier und Jetzt sowie auch im nächsten Leben beschweren soll. Der Zugang zur Buddha Figur ist allerdings nur Männern gestattet. Da sich in der Regel viele Schlagen um die Buddha Figur herum bilden, kannst du sie als Tourist nur aus der Ferne sehen. Es gibt in der Pagode aber mehrere Fernseh-Monitore, auf denen die Buddha Figur von nahem gezeigt wird.
Wir selbst fanden vor allem die Hingabe der Gläubigen in der Mahamuni Pagode bewundernswert. Der Tempel ist nach der Shwedagon Pagode in Yangon (siehe unsere Nr. 2) der meist besuchte Wallfahrtsort in Myanmar. Daher kommen Gläubige aus dem ganzen Land hierher und nehmen teils weite Anreisen auf sich. Viele kleiden sich zudem besonders schick, sodass man die Tempelbesucher fast schon mit einer Hochzeits-Gesellschaft verwechseln könnte. Die nachfolgende Übersicht zeigt dir die wichtigsten Informationen für deinen Besuch:
Informationen zur Mahamuni Pagode | |
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Eintritt (Stand März 2019) | Frei (Wenn du fotografieren möchtest, wird eine Touristen-Fotogebühr von 500 Kyat erhoben) |
Öffnungszeiten | Täglich von 6 bis 20 Uhr |
Koordinaten (Google Maps) | Standort der Pagode aufrufen » |
Top 10: Chauk Htat Kyi Pagode in Yangon
Last but not least findest du einen großen, liegenden Buddha in Yangon. Die Chauk Htat Kyi Pagode beherbergt eine 65 Meter lange, liegende Buddha Figur. Sie ist zudem 16 Meter hoch. Der liegende Buddha befindet sich in einer Art Halle, sodass das Ambiente hier nicht ganz so schön ist. Die Halle dient vor allem dem Schutz der Buddha Figur vor Witterungseinflüssen. Die ursprüngliche Buddha Figur, die du hier sehen kannst, wurde bereits im Jahr 1907 errichtet. Das heutige Erscheinungsbild stammt jedoch von einer Modernisierung aus dem Jahr 1966.
Ein Besuch der Pagode ist aus zwei Gründen empfehlenswert: Zum einen ist die lange Buddha Figur in ihrer Größe sehr beeindruckend. Zum anderen handelt es sich um eine Pagode, die touristisch noch nicht allzu sehr erschlossen ist. Daher ist ein Besuch hier noch sehr authentisch. Du kannst dabei einmal um den liegenden Buddha herumlaufen und ihn von allen Seiten ansehen. Eindrucksvoll sind auch die großen Füße der Buddha Figur, die die 108 Eigenschaften des Buddhas darstellen.
Informationen zur Chauk Htat Kyi Pagode | |
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Eintritt | Frei |
Öffnungszeiten | Täglich von 6 bis 20 Uhr |
Aufenthaltsdauer | Ca. 30 Minuten |
Kleidungsordnung | - Keine Schuhe und Socken - Knie und Schultern müssen bedeckt sein |
Koordinaten (Google Maps) | Standort der Pagode aufrufen » |
Myanmar Tempel: Kleidungsordnung und Verhaltensweisen
Besonders wichtig, um die Tempel in Myanmar besichtigen zu können, ist die richtige Kleidungsordnung. Hierzu findest du an vielen Tempeln und Pagoden auch entsprechende Hinweisschilder. Für die Tempelbesuche gelten vor allem die folgenden Regeln:
- Du darfst alle Tempel in Myanmar nur barfuß betreten (Schuhe und Socken müssen draußen vor dem Eingang bleiben)
- Knie und Schultern müssen immer bedeckt sein (je länger deine Kleidung ist, desto besser)
- Du solltest keine zu enge oder durchsichtige Kleidung tragen
- Rückenfreie Oberteile gelten ebenfalls als unangemessen
Sofern du bei den warmen Temperaturen in Myanmar keine lange Kleidung tragen möchtest, kannst du alternativ auch einen Sarong mitnehmen. Das dünne Tuch ist im asiatischen Raum ein gängiges Kleidungsstück, um kurzfristig die Knie oder Schultern damit zu bedecken. In einigen Tempeln erhältst du am Eingang auch einen Sarong gegen einen Pfand oder eine Leihgebühr.
Wir empfehlen dir, einen Sarong zu kaufen und immer im Tagesrucksack dabei zu haben. Der Sarong kann außerhalb der Tempel-Besuche dann auch gut als Picknick-Unterlage oder Stranddecke verwendet werden. Sarongs kannst du z.B. vor Ort in Myanmar oder auch Anzeigevorab über amazon kaufen.
Zudem ist es wichtig, dass du dich ruhig und dezent in den Tempeln verhältst. Laute Gespräche sind hier nicht willkommen. Du solltest zudem darauf achten, dass du dich nicht vor niederkniende und betende Gläubige stellst. Bleibe für Fotos und Co. also stets hinter den Gebetsflächen. Darüberhinaus gilt es auch als unangemessen, die Position des Buddhas nachzumachen. Wenn du für ein Foto posierst, solltest du also nicht die selbe Position wie die Buddha Figur einnehmen.
Empfehlenswerte Bücher zum Buddhismus
Wenn du nach Myanmar reist, sind einige Grundkenntnisse zum Buddhismus in jedem Fall hilfreich. Denn dann wirst du die einzelnen Elemente und Bräuche in den Tempeln Myanmars vor Ort auch verstehen und erkennen. Daher können wir dir als Urlaubs-Lektüre die folgenden Bücher empfehlen Anzeige:
- Die Kuh, die weinte – Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück (15,99 Euro als gebundenes Buch)
- Der Elefant, der das Glück vergaß: Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden (16,99 Euro als gebundenes Buch)
- Buddhismus für Anfänger: Eine Einführung in die Philosophie und Praxis (16,99 Euro als Taschenbuch)
- Buddhismus für Anfänger: So findest du deine innere Ruhe und lernst die Vorzüge des Buddhismus (inklusive Achtsamkeit und Meditation, 7,99 Euro als Taschenbuch)
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Fazit – Wie lohnenswert sind die Tempel in Myanmar?
Wenn du dich für die buddhistische Religion interessierst, gibt es wohl kaum ein besseres Reiseland als Myanmar. Denn hier findest du eine hohe Anzahl an Tempeln und Pagoden. Vor allem in Bagan ist die Tempel-Dichte so hoch, dass du unmöglich alle Pagoden während einer Reise anschauen kannst. Neben einigen großen, prunkvollen Tempeln gibt es zudem auch viele kleine Tempel in Myanmar. Hier befindet sich oftmals „nur“ eine Buddha Figur. Dafür sind diese Tempel in der Regel nicht stark besucht und wirken auf uns umso mystischer.
Daher können wir dir empfehlen, dass du neben den vorgestellten großen Tempeln auch einige kleine Pagoden besuchst. Bagan bietet dir hierzu viele Möglichkeiten. Auf keinen Fall verpassen solltest du zudem die Shwedagon Pagode in Yangon und die Shwe Inn Dein Pagode am Inle See. Insgesamt können wir dir aber auch empfehlen, nicht zu viele Tempel und Pagoden während deiner Myanmar-Reise aufzusuchen. Sonst besteht am Ende nämlich die Gefahr, dass du etwas „übersättigt“ bist und vielleicht die Lust an weiteren Tempel-Besuchen verlierst.
Was sind deine persönlichen Highlight Tempel in Myanmar? Teile deine Eindrücke gerne mit uns und hinterlasse einen Kommentar unter dem Beitrag. Wir freuen uns schon darauf, von deinen Empfehlungen zu lesen!
Alles Liebe und eine tolle Zeit in Myanmar wünschen dir
Jenny & Christian
2 Responses
Kristin Lückrandt
Hallo liebe Reisende,
Wir sind im März ’18 in Myanmar gewesen. Ich kann euch nur zustimmen, was dieses Land angeht. Bagan ist wunderbar und eine Ballonfahrt unverzichtbar. Aber auch andere Gebiete (nicht nur Tempel und Pagoden) sind landschaftlich oder architektonisch wunderschön und anders, z. B. die schwimmenden Gärten am Inle-See.
Die Menschen sind alle super freundlich und hilfsbereit.
Ich würde jederzeit wieder einen Urlaub dorthin machen.
Freundliche Grüße
Kristin Lückrandt
unaufschiebbar.de
Hallo liebe Kristin,
vielen Dank für deinen Kommentar und das Teilen deiner Eindrücke und Erfahrungen. Wir können da nur uneingeschränkt zustimmen 🙂
Liebe Grüße
Jenny & Christian